Insgesamt verloren die britischen Bankwerte in der vergangenen Woche rund 9,5 Prozent an Wert. Allein die beiden am stärksten betroffenen Institute Barclays
und die Royal Bank of Scotland
sackten an der Börse seit Ende Oktober um rund 25 Prozent ab. Die Analysten des Brokerhauses Sanford C. Bernstein sagen für diese beiden Institute im schlimmsten Fall Abschreibungen im Wert von jeweils 5,6 Mrd. Pfund voraus. Dieses „extreme“ Szenario würde der zweitgrößten und der drittgrößten Bank des Landes schweren Schaden zufügen, sei aber nicht existenzbedrohend, heißt es in einer aktuellen Studie des angesehenen Bernstein-Analysten Antony Broadbent.
Aber auch der größten britischen Bank HSBC
droht weiteres Ungemach aus der Kreditkrise. Nach Informationen der Zeitung „Sunday Times“ wird HSBC
in dieser Woche neue Abschreibungen von einer Mrd. Dollar aus dem Geschäft mit US-Hypotheken bekannt geben. Bereits im Frühjahr hatten Wertverluste von rund zwei Mrd. Dollar Europas wertvollste Bank zur ersten Gewinnwarnung ihrer Geschichte gezwungen.
Selbst mit den neuen Abschreibungen dürfte die Kreditkrise für HSBC
noch nicht ausgestanden sein, warnen die Analysten von Morgan Stanley.
Wegen akuter Probleme im Geschäft mit zweitklassigen US-Hypotheken und Kreditkartenschulden in den USA halten die Experten im kommenden Jahr Abschreibungen auf faule Kredite von 13 Mrd. Dollar für möglich, das wären mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

