Genossenschaftsbanken: DZ Bank und WGZ wollen 700 Jobs streichen

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DZ Bank und WGZ wollen 700 Jobs streichen

Durch den Zusammenschluss der genossenschaftlichen Spitzeninstitute fallen viele Stellen weg. Der Vorstand will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden - und der Betriebsrat pocht auf einen fünfjährigen Kündigungsschutz.

FrankfurtDurch den geplanten Zusammenschluss der genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ werden Hunderte Arbeitsplätze wegfallen. „Im Zuge der Bündelung und Vereinheitlichung von Strukturen, Prozessen und Infrastruktur gehen wir aktuell davon aus, dass voraussichtlich 700 Stellen für Vollzeitkräfte bis 2019 entfallen werden“, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter beider Institute, das dem Handelsblatt vorliegt. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters darüber berichtet. „DZ Bank und WGZ Bank sind sich einig, dass diese Maßnahmen nicht zu einseitigen Belastungen bei einem der beiden Partner führen werden.“

Wie viele Arbeitsplätze durch den Stellenabbau tatsächlich verloren gehen, ist durch das Schreiben noch nicht geklärt, da es auch Teilzeitbeschäftigte gibt. Wenn 700 Vollzeitjobs wegfallen sollen, dürften insgesamt deutlich mehr Arbeitsplätze betroffen sein. Wie viele genau, lässt sich nicht sagen, weil die Banken ihre Arbeitsplätze im Geschäftsbericht nicht in Vollzeitjobs umrechnen. Im Arbeitnehmerlager wird kalkuliert, dass die Vollzeitstellen etwa 1.000 Arbeitsplätzen entsprechen. Insgesamt arbeiten für beide Häuser etwa 5.700 Menschen. Der Stellenabbau könnte sich danach also auf knapp ein Sechstel der gesamten Arbeitsplätze beziehen.

Die Überlegungen zu den Abbauplänen sollten „in den kommenden Wochen“ mit den Betriebsräten besprochen und weiter konkretisiert werden, heißt es in dem Schreiben. „Die Vorstände beider Häuser streben den Abschluss von Vereinbarungen mit den Arbeitnehmergremien zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen an.“ DZ und WGZ Bank hatten im November angekündigt, 2016 verschmelzen zu wollen. Die Spitzeninstitute der gut 1.000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wollen durch ihr Zusammengehen pro Jahr mindestens 100 Millionen Euro einsparen. Bereits am 12. April soll der Verschmelzungsvertrag zwischen beiden Häusern unterzeichnet werden.

Die Arbeitnehmervertreter hatten in der Vergangenheit vom Vorstand beider Institute einen fünfjährigen Kündigungsschutz gefordert. „Diese Forderung gilt nach wie vor“, hieß es in Betriebsratskreisen. Mit gutem Willen sei dies über Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sowie großzügigen Abfindungsregelungen auch möglich.

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