Der geplante Zusammenschluss von DZ und WGZ Bank sorgt bei den Arbeitnehmern der beiden genossenschaftlichen Häuser für massive Unruhe. Im Umfeld beider Banken heißt es, ein Stellenabbau sei bei einem Zusammenschluss unvermeidbar. Rund 1 000 Jobs sind bedroht.
Zentrale der DZ Bank in Frankfurt/Main. Der geplante Zusammenschluss mit der WGZ Bank bereitet nicht nur den DZ-Mitarbeitern Sorgen. Foto: dpa
FRANKFURT. „Vergleicht man die anstehende Fusion mit anderen Zusammenschlüssen, dann könnte sie rund 20 Prozent der Arbeitsplätze kosten. Das wären 1 000 Jobs“, sagte Mark Roach, der für die Gewerkschaft Verdi im Aufsichtsrat der DZ Bank sitzt. „Das ist mit uns nicht zu machen.“ Laut Aussage eines Genossen „wird man es sicherlich nicht mit der Axt machen, aber auch im Verbund gibt es wirtschaftlichen Druck.“
Zusammen beschäftigten beide Banken derzeit rund 5 000 Mitarbeiter. Rechnet man wohl kaum betroffene Verbundunternehmen wie Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung hinzu, ergibt sich eine Mitarbeiterzahl von rund 26 000. Eine Schließung des Standorts Düsseldorf sei keine Option, hieß es in Genossenschaftskreisen.
DZ und WGZ hatten am Mittwoch überraschend mitgeteilt, die bereits dreimal gescheiterten Fusionsverhandlungen wieder vorantreiben zu wollen. Eine Vereinbarung soll bis Mitte kommenden Jahres erreicht werden.
„Durch die Fusion von DZ und WGZ würde ein ganz großer Spieler im europäischen Genossenschaftsbereich entstehen“, sagte Bankenexperte Guido Merz von der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Zwar hätte die neue Nummer drei des deutschen Bankenmarktes nach wie vor weit weniger Einfluss als Branchenprimus Deutsche Bank
. Die Fusion biete aber die Möglichkeit, besser selektiv im Ausland zu wachsen.
Schon heute reichen die Ambitionen der DZ Bank, die sich gerne als „Bank für Banken“ im Genossenschaftslager bezeichnet, weit über den deutschen Markt hinaus. Mehr als ein Fünftel des Ergebnisses kommen aus dem Ausland. Die Tochter VR Leasing ist etwa in ganz Osteuropa und Russland tätig. Hinzu kommen internationale Engagements in der Vermögensverwaltung und bei Derivaten für Privatkunden, in der Immobilienfinanzierung sowie im Konsumentenkreditgeschäft.
Im Heimatmarkt selbst, wo die Frankfurter gut 1 000 Volks- und Raiffeisenbanken betreuen, ist die Diversifizierung ebenfalls weit fortgeschritten. So stammt etwa ein Drittel der operativen Erträge der Bank schon heute aus dem Geschäft mit institutionellen und Firmenkunden sowie Abwicklungseinheiten. So hält die DZ Bank eine umfangreiche Beteiligung am Wertpapierabwickler DWP Bank, hinzu kommt ein Anteil am Zahlungsverkehrsdienstleister Equens.

