Mit der Geschäftsentwicklung zeigt sich der HDI-Gerling-Chef um so mehr zufrieden als wichtige Leistungsträger zur Konkurrenz gegangen sind. Jüngst hat zum Beispiel die Münchener Rück versucht, ein ganzes Team aus der Luftfahrt- und aus der Transportversicherung abzuwerben. Als Kunde der Münchener Rück habe ihn das „absolutely not amused“, ärgert sich Hinsch: „Die Luftfahrt-Leute konnten wir inzwischen alle wieder umdrehen.“ Insgesamt betrachtet seien 84 Prozent der Führungskräfte der GKA noch da. Vor der Übernahme beschäftigte Talanx in der Schaden- und Unfallversicherung im In- und Ausland noch 6 800 und Gerling 4 200 Mitarbeiter. Am Ende sollen insgesamt 9 800 bleiben.
Auch an einigen Auslandsstandorten hat die Konkurrenz Gerling-Leute abgeworben. Doch konnten beispielsweise in Polen Abwerbungen zur Axa teilweise rückgängig gemacht werden. „Die Integration im Ausland ist fast abgeschlossen“, sagt Hinsch. „Wir haben jetzt gemeinsam eine bessere Präsenz im Ausland als Gerling und HDI vor der Fusion jeweils alleine hatten.“ Das komme den Kunden im internationalen Geschäft zugute.
Insgesamt läuft das zweite Jahr der Integration für Hinsch „besser als erwartet“. Er rechnet 2007 zwar mit einem Umsatzrückgang von sieben bis acht Prozent. 2006 beliefen sich die Beitragseinnahmen auf rund 6,7 Mrd. Euro. Wegen der marktweit fallenden Preise, dem bewussten Verzicht auf unrentable Geschäfte im Londoner Markt und anderen Sondereffekten sei das jedoch „sehr positiv“, sagt der Versicherungsmanager.

