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20.12.2007 
Fusionen und Übernahmen

Gut gefüllte Pipeline bei Investmentbanken

von Andrea Cünnen, Hans Nagl und Robert Landgraf

Die Finanzkrise kann die Investmentbanken nicht erschüttern. Zwar rechnet die Branche 2008 nicht mit einem einfachen Jahr. Doch der Vorrat an geplanten Transaktionen – die Pipeline – macht die Profis zuversichtlich.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Bei M&A-Deals rutschte die Großbank auf Platz zwei. Foto: dpaLupe

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Bei M&A-Deals rutschte die Großbank auf Platz zwei. Foto: dpa

FRANKFURT. "Der Schlüssel für das kommende Jahr liegt in der Entwicklung der Aktienmärkte", sagt Hermann Prelle, Ko-Europachef Investment-Banking bei UBS. Wenn die guten Unternehmensgewinne anhielten und die Emissionsmärkte offen blieben, dann werde 2008 auch ein gutes Jahr für die Investmentbanken, stellt er fest. Die Pipeline der Bank ist jedenfalls über alle Produkte gerechnet prall gefüllt und "liegt aktuell 20 bis 30 Prozent über dem Vorjahreswert". Ähnlich sieht das Bild bei anderen Banken aus, die vom Handelsblatt befragt wurden.

Im Jahr 2007 lief es etwa bei Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions/M&A) rund. Es wurde sogar ein neuer Rekord erzielt, den allerdings die "Mergermania" im ersten Halbjahr trug. Weltweit kam es nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Thomson Financial zu M&A-Transaktionen im Wert von 4,342 Bill. Dollar. Das entspricht einem Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei verdrängte Europa mit einem Volumen von 1,764 Bill. Dollar erstmals seit dem Jahr 2002 die USA (1,556 Bill. Dollar) im Wettkampf der Regionen von Platz eins. Die Neuverteilung werde auch im nächsten Jahr so bleiben, erwartet David Bernard von Thomson Financial.

Auch in Deutschland gab es viele Fusionen und Übernahmen. Mit 140 Mrd. Dollar war 2007 das beste Jahr nach dem Rekord in 1999, wo der Kauf von Mannesmann durch Vodafone für knapp 203 Mrd. Dollar die Ranglisten durcheinander wirbelte. Größter Deal im laufenden Jahr war der Kauf des britischen Zementhersteller Hanson durch Heidelberg Cement für über 18 Mrd. Dollar. Außerdem sorgte die Übernahme von Siemens VDO durch Continental für große Aufmerksamkeit; der Wert des Deals: fast 16 Mrd. Dollar.


Tabelle  Infografik: Führende Banken im Gesamtjahr 2007


2008 soll es auch in Deutschland ähnlich gut wie im zu Ende gehende Jahr laufen, meint Dirk Notheis, Ko-Chef Investment-Banking bei Morgan Stanley in Deutschland. Der Grund: "Viele Gesellschaften verfügen über eine gut ausgestattete Kriegskasse, die eingesetzt werden kann." Einen Schwerpunkt in einer bestimmten Branche erwartet Berthold Fürst, Deutschlandchef M&A bei der Deutschen Bank nicht. Es rückten grenzüberschreitenden Transaktionen ins Blickfeld. Vor allem die USA und Osteuropa seien interessante Märkte für deutsche Firmen.

Bei den Preisen für die Unternehmen habe sich im Vergleich zur Zeit vor der Finanzkrise nicht viel geändert, stellt Paul Lerbinger, Deutschlandchef Investment-Banking der Citigroup fest. Allerdings seien die Prämien gefallen, die bei einer Übernahme auf die Aktienkurse bezahlt werden müssten. "Die Finanzinvestoren jedoch werden auch 2008 bis auf weiteres als Akteure ausfallen, wenn es um Volumina von einer Milliarde und mehr geht", sagt Andreas Raffel, Deutschlandchef von Rothschild.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Deutsche Bank im heimischen Geschäft mit Aktien und Anleihen an der Spitze

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