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03.04.2008 
Ernst&Young-Studie

Handel mit faulen Krediten bricht ein

von Hans G. Nagl

Während der Markt in den letzten vier Jahren stetig gewachsen war, halten deutsche Banken aktuell nur noch 200 Milliarden Euro an notleidenden Finanzierungen. Nicht nur die Finanzkrise hemmt den Handel, das ganze Konzept ist in jüngster Zeit kräftig in die Negativschalgzeilen geraten.

Die Hypo Real Estate war noch einer der größten Akteure im Handel mit notleidenden Krediten. Foto: dpaLupe

Die Hypo Real Estate war noch einer der größten Akteure im Handel mit notleidenden Krediten. Foto: dpa

FRANKFURT. Nach vier Jahren stetigen Wachstums ist der Handel mit faulen Krediten 2007 eingebrochen. Insgesamt hätten deutsche Banken nur noch Portfolios im Nominalwert von 6,5 Mrd. Euro verkauft, heißt es in einer Studie der Beratungsfirma Ernst & Young (E&Y). 2006 sei das Volumen mit 14,4 Mrd. Euro noch mehr als doppelt so groß gewesen.

"Der Handel mit notleidenden Krediten ist wegen verschiedener Faktoren ins Stocken geraten - unter anderem wegen der Auswirkungen der globalen Kreditkrise auf die Preise", erklärte E&Y-Partner Daniel Mair. Angesichts der zuletzt guten Konjunktur und anziehender Immobilienpreise würden sich die Banken zudem damit zurückhalten, sogenannte Non-Performing-Loans (NPLs) auf den Markt zu bringen. Offenbar versprechen sie sich höhere Renditen, wenn sie die Kredite in der Bilanz behalten und selbst abarbeiten.

Von 2003 bis 2007 wurden nach Zahlen der Studie in mindestens 61 Transaktionen NPLs im Wert von mindestens 43 Mrd. Euro auf den Markt gebracht. Bei der Hälfte davon habe es sich um Gewerbefinanzierungen gehandelt, weitere rund 40 Prozent entfielen auf Kredite an Häuslebauer. Ein Zehntel des Transaktionsvolumens machten Unternehmensfinanzierungen aus. In der Regel seien dafür zwischen 45 und 70 Prozent des Nominalwerts bezahlt worden.

Zu den größten Verkäufern zählt Ernst & Young die Hypo Real Estate, Dresdner Bank, HVB und DG Hyp. Auf Investorenseite waren vor allem Cerberus, Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Lone Star aktiv. Der Verkauf von notleidenden Krediten war zuletzt kräftig in die Negativschlagzeilen gekommen. Verbraucherschützer werfen den Investoren vor, zum Teil mit unlauteren Methoden säumige Schuldner aus Immobilien heraus zu klagen.

Für die kommenden Jahre rechnet Ernst & Young damit, dass eher noch kleinere Portfolios bis 500 Mill. Euro auf den Markt kämen. Viele der großen Investoren hätten den Markt bereits verlassen. Nach wie vor gebe es aber schätzungsweise rund 200 Mrd. Euro an NPLs in den Büchern der Banken. Der Markt werde folglich mindestens bis 2009 interessant bleiben. hgn

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