Handelsblatt-Tagung: Der Sparkassen-Präsident umarmt das Netz

Handelsblatt-Tagung
Der Sparkassen-Präsident umarmt das Netz

Georg Fahrenschon macht Hoffnung. Während die Konkurrenz Stellen in Filialen abbaut, wollen Sparkassen auf Entlassungswellen verzichten. Die Mitarbeiter würden gebraucht. Online-Banken sieht er an ihre Grenzen stoßen.
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BerlinDie digitale Revolution wird die Filialen der Kreditinstitute nicht überflüssig machen. „Das Bankgeschäft der Zukunft besteht für mich nicht aus Entlassungswellen. Wir brauchen unsere Mitarbeiter dringend“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ in Berlin.

Online-Banken stoßen nach Fahrenschons Auffassung an ihre Grenzen. „Reine Online-Banken schicken ihre Kunden in menschenleere Technikhallen“, dagegen verlange das Web 2.0-Zeitalter etwas ganz anderes: Dort geht es um soziale Kontakte. Social Media verlange Kontakte zwischen Menschen – Kunden und echten Beratern. Dabei hat Fahrenschon die Hoffnung, dass sich die Kunden durch ihre Berater auch bei Online-Abschlüssen begleiten lassen.

Auf den ersten Blick bieten Sparkassen zahlenmäßig gute Voraussetzungen. Sie sind bundesweit mit 15000 Geschäftsstellen vertreten, die mit ihren Mitarbeitern täglich millionenfache Kundenkontakte haben. Doch es ist noch nicht klar, auf welche Weise die Sparkassen-Finanzgruppe das Web weiter für sich erschließen will. Und Fahrenschon räumt ein, dass diese Aufgabe eine „erhebliche technische, organisatorische und kulturelle Herausforderung“ für die Sparkassen-Finanzgruppe darstellt.

Die Sparkassen sieht der DSGV-Präsident als Opfer eines Tsunamis, der von „Lehman bis Libor“ über die Finanzmärkte hinweggefegt sei. Alle Banken hätten heute einen schweren Stand, da die Menschen „tief erschüttert“ seien. Sparkassenkunden hätten kaum Lust auf Wertpapiergeschäfte. Gleichzeitig führe jedoch die Überregulierung im Wertpapiergeschäft dazu, dass teilweise in der Fläche des Landes keine Wertpapierberatung mehr angeboten werde. Diese Entwicklung, so Fahrenschon, schließe breite Kundengruppen von sinnvoll geplanten Engagements in Wertpapieren aus. Natürlich werde damit auch die Aktienkultur in der größten Volkswirtschaft in Europa geschädigt.

Auf der 11. Handelsblatt Jahrestagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ spricht die Branche über Wege aus der Vertrauenskrise und Wachstumschancen trotz strengerer Regulierung.

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