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12.03.2008 
Rückversicherer

Hannover Rück blickt verhalten in die Zukunft

Der verschärfte Wettbewerb und die weltweiten Börsenturbulenzen bremsen die Hannover Rück auf ihrem Erfolgsweg. Nach einem Gewinnanstieg um 43 Prozent auf die Bestmarke von 734 Mill. Euro 2007 rechnet der weltweit viertgrößte Rückversicherer für das laufende Jahr mit einem Ergebnisrückgang um ein Fünftel.

HB HANNOVER. Es sei nur noch eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 (2007: 23,5) Prozent zu erwarten, nachdem Sondereffekte wie der Ertrag aus der Steuerreform von 165 Mill. Euro wegfielen, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller am Mittwoch in Hannover. Die Rendite entspricht einem Gewinn von rund 600 Mill. Euro.

Für 2007 sollen die Aktionäre eine Rekorddividende von 2,30 (1,60) Euro je Anteilsschein erhalten, wovon 50 Cent als Bonus gezahlt werden.

Auch der weltweit Branchenzweite Münchener Rück hat einen Gewinnrückgang um bis zu ein Fünftel in Aussicht gestellt. Der Markt für Rückversicherungen sei schwieriger geworden, sagte Zeller. Nach acht Jahren mit Preiserhöhungen sinken die Raten wieder, welche die 5 000 Kunden der Hannover Rück für den Schutz vor übergroßen Risiken bezahlen. Wie die großen Konkurrenten Swiss Re und Münchener Rück gewährte die Hannover Rück Erstversicherern wie HUK Coburg und Aachen -Münchener zuletzt Nachlässe von drei Prozent.

Während die Einnahmen pro Vertrag sinken, wird es für die Hannover Rück schwieriger, an der Börse Geld zu verdienen, wo sie einen Teil der Beitragseinnahmen anlegt. "Wir können uns nicht vom Markt abkoppeln", sagte Finanzchefin Elke König. 2007 gingen die Nettoerträge aus den Kapitalanlagen um sechs Prozent auf 1,12 Mrd. Euro zurück, was vor allem auf dem schwachen Dollarkurs zurückzuführen sei, sagte Zeller. "Mit Belastungen durch die US-Hypothekenkrise hing das nicht zusammen", betonte er. Die Abschreibungen dafür summierten sich auf weniger als zehn Mill. Euro.

Nun will der Konzern umschichten, um mehr Rendite aus den Anlagen zu erwirtschaften. Anleihen sollen abgestoßen und dafür mehr Immobilien gekauft werden. Insgesamt verwaltete der Konzern 19,8 (19,5) Mrd. Euro.

Angesichts rückläufiger Preise rechnet die Hannover Rück für dieses Jahr erneut nur mit einem kleinen Plus von fünf Prozent bei den Beiträgen, stabile Wechselkurse vorausgesetzt. Ohne die verkaufte US-Erstversichungstochter Praetorian lag das Wachstum 2007 bei einem Prozent. Unter dem Strich schrumpften die Beitragseinnahmen um elf Prozent auf 8,3 Mrd. Euro.

Während Hannover Rück in der dominierenden Schaden- und Unfall-Rückversicherung eine Stagnation der Beitragseinnahmen erwartet, soll die Lebensversicherung für Wachstum sorgen. Die Sparte soll um zwölf bis 15 (2007: 18) Prozent wachsen. "Da sich Effekte einer beginnenden Marktaufweichung systembedingt erst mit einer Verzögerung niederschlagen, dürfte für 2008 mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses zu rechnen sein", sagte Zeller.

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