Die Hannover Rück verkauft ihre US-Tochter Praetorian, ein Spezial-Erstversicherer. Die daraus herrührenden Millionen sind schon verplant.
HB FRANKFURT. Die australische Assekuranz QBE Insurance Group kaufe Praetorian für 800 Mill. Dollar (umgerechnet gut 600 Mill. Euro), teilte die im Nebenwerteindex MDax gelistete Gesellschaft am Mittwoch in Hannover mit. „Nach Vollzug dieser Transaktion wird sich die Hannover Rück ausschließlich auf ihr Kerngeschäft, die Rückversicherung, fokussieren.“ Angaben zum Buchgewinn machte das Unternehmen nicht. Die Hannover Rück will das durch den Verkauf freigesetzte Kapital in den Ausbau des Schaden- und Personen-Rückversicherungsgeschäfts stecken.
Die Hannover Rück hat aus dem Verkauf nach einer Schätzung von HVB-Analyst Lucio di Geronimo einen Buchgewinn von knapp 300 Mill. Dollar erzielt. Dies sei unter anderem aus Angaben des Käufers herzuleiten, der den Buchwert des übernommenen Geschäfts mit 460 Mill. Dollar beziffere, sagte di Geronimo am Mittwoch auf Anfrage. „Die Konditionen des Verkaufs sind recht anständig“, sagte di Geronimo. Da die Hannover Rück nunmehr für das veräußerte Geschäft kein Kapital mehr vorhalten müsse, ergebe sich zudem eine Kapitalentlastung von rund 350 Mill. Dollar.
Die Hannover Rück kann nach eigenen Angaben den Wegfall des US-Geschäftes im kommenden Jahr leicht verschmerzen. „Wir können das sogar überkompensieren“, sagte Hannover-Rück-Chef Wilhelm Zeller am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er schätze, dass durch den Praetorian-Verkauf rund 40 Mill. Euro an Gewinn eingebüßt würden. Das werde aber durch Investitionen in anderen Geschäftsbereichen ausgeglichen. Die Anleger könnten im kommenden Jahr eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent erwarten, sagte Zeller weiter.
Das Spezial-Erstversicherungsgeschäft bezieht sich auf Nischenbereiche und nicht standardisierte Risiken meist kleinerer Kundengruppen. Beispiele sind etwa die Kfz-Versicherung für junge und unerfahrene Autofahrer oder die Versicherung von Kunstsammlungen, Haustieren oder Tattoo-Studios.

