Die Aktionäre der britischen Hypothekenbank HBOS
beteiligen sich mit nur 8,3 Prozent an der Kapitalerhöhung des Instituts von bis zu vier Mrd. Pfund (fünf Mrd. Euro), teilte die Bank am Montag mit. Warum die Akzeptanz so gering war.
HB LONDON. Die geringe Akzeptanz führt dazu, dass die begleitenden Investmentbanken Morgan Stanley
und Dresdner Kleinwort zunächst auf Aktien im Wert von fast 3,8 Mrd. Pfund sitzen bleiben.
Schätzungen zufolge haben die Banken für 40 Prozent der Kapitalerhöhung garantierte Abnehmer - sogenannte Sub-Underwriter. Damit blieben für Morgan Stanley
und Dresdner aber immer noch Aktien für jeweils rund eine Milliarde Pfund. Damit wäre die missglückte Kapitalerhöhung einer der größten Fehlschläge dieser Art seit dem Fiasko bei der Privatisierung des Ölkonzerns BP
1987 inmitten eines Börsencrashs.
Die Akzeptanz bei der Kapitalerhöhung war so gering, weil die Aktie an der Börse schon vor der Zeichnungsfrist deutlich billiger zu haben war als zum Ausgabepreis von 275 Pence. Außerdem waren Hedge-Fonds und Spekulanten mit HBOS
-Aktioen "short gegangen": Sie setzten darauf, die Papiere von den Investmentbanken mit einem Abschlag kaufen zu können, um diese Differenz bei Fälligkeit ihres Kontrakts als Gewinn einzustreichen. Am Montag tendierte der Kurs um 275 Pence.
HBOS
ist der größte britische Immobilienfinanzierer und auch von der Hypothekenkrise betroffen. Mit der Kapitalerhöhung will sich die Bank für eine Verschlechterung der Wirtschaftslage und des Immobilienmarktes wappnen. Auch bei den Kapitalerhöhungen der Konkurrenten Royal Bank of Scotland
und Bradford & Bingley
hatte es jüngst Probleme gegeben. Die Regulierungsbehörden prüfen nun, welche Konsequenzen daraus für künftige Verfahren gezogen werden müssen.

