Hedge-Fonds im US-Präsidentschaftswahlkampf: Die Wette aufs Weiße Haus

Hedge-Fonds im US-Präsidentschaftswahlkampf
Die Wette aufs Weiße Haus

Der Frühstart des Präsidentschaftswahlkampfes hat in der Finanzmetropole Amerikas ein hektischen Treiben ausgelöst. In diesem Vorwahlkampf sind allerdings einige Gesichter zu sehen, die bislang das Licht der politischen Öffentlichkeit gescheut haben. Der Kampf um das Weiße Haus lockt erstmals auch die sonst so verschwiegenen Hedge-Fonds-Manager aus der Deckung.

NEW YORK. Als George W. Bush kürzlich die Wall Street besuchte, lauschte die Finanzgemeinde höflich, aber etwas desinteressiert den Worten des US-Präsidenten. Da an den Finanzmärkten bekanntlich die Zukunft gehandelt wird, gilt das größere Interesse bereits seinen möglichen Nachfolgern. So hatte der demokratische Hoffnungsträger Barak Obama vergangene Woche keine Probleme, in der Finanzelite aufmerksame Gesprächspartner zu finden, als er drei Tage lang durch Manhattan tourte. Der Gedankenaustausch hatte einen handfesten Grund: Obama braucht das Geld der Wall Street.

Kaum war der Senator aus Illinois wieder weg, meldete sich seine Parteifreundin Hillary Clinton. Auch die ehemalige First Lady will 2008 ins Weiße Haus einziehen und versammelte deshalb ihre spendablen Freunde zu einem ersten Wahlkampf-Gala-Dinner um sich. Eintrittspreis: bis zu 25 000 Dollar.

Der Frühstart des Präsidentschaftswahlkampfes hat in der Finanzmetropole Amerikas ein hektischen Treiben ausgelöst. Die Kandidaten geben sich die Klinke in die Hand. Nicht nur Obama und Clinton, auch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und der einflussreiche US-Senator John McCain haben auf Seiten der Republikaner schon mal in die Spendentöpfe geguckt. Vor allem aber die Demokraten erhoffen sich an der New Yorker Finanzmeile eine reiche Ausbeute, gilt doch die Wall Street neben Hollywood als deren wichtigste Geldquelle.

In diesem Vorwahlkampf sind allerdings einige Gesichter zu sehen, die bislang das Licht der politischen Öffentlichkeit gescheut haben. Der Kampf um das Weiße Haus lockt erstmals auch die sonst so verschwiegenen Hedge-Fonds-Manager aus der Deckung. Haben sie bislang ihre Reichtümer vor allem für Luxusanwesen in Greenwich oder auf Long Island und für teure Kunst ausgegeben, öffnen sie jetzt ihre Brieftaschen für einen höheren, politischen Zweck.

Ein gutes Beispiel dafür ist James Simons. Der kaum bekannte Gründer des Hedge-Fonds Renaissance Technologies hat mit seinem 5,3 Milliarden Dollar schweren Flaggschiff Medallion Fonds seit 1988 eine jährliche Rendite von rund 35 Prozent erwirtschaftet. Er stützt sich dabei nicht auf eine gute Nase, sondern auf mathematische Modelle. Allein im Jahr 2005 verdiente der 68-jährige Rechenkünstler 1,5 Mrd. Dollar - mehr als alle anderen Finanzakrobaten. Simons gilt als Anhänger der Demokraten und hat bei den Kongresswahlen im November bereits kräftig gespendet.

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