0 Bewertungen
12.07.2007 

Deutsche Bank vorn: Die Investmentbanken der Finanzinvestoren. Grafik: WiwoLupe

Deutsche Bank vorn: Die Investmentbanken der Finanzinvestoren. Grafik: Wiwo

In Europa sind die Übernahmen noch kleiner, aber auch hier jagt ein Milliardendeal den nächsten. So übernahm die australische Macquarie-Bank im vergangenen Jahr vom Essener Energiekonzern RWE für knapp 12 Milliarden Euro den britischen Wasserversorger Thames Water. Eine Gruppe von Finanzinvestoren kaufte für knapp neun Milliarden Euro den niederländischen Medienkonzern VNU. Und in Deutschland übernahmen KKR und Permira jüngst 50,5 Prozent der Münchner Sendergruppe ProSieben Sat.1 für drei Milliarden Euro. Trotzdem blieben die Organisationen, die über Wohl und Wehe von Millionen Menschen bestimmen, bisher weitgehend im Dunkeln.

Die Macher. Die Top-Manager der Branche sind meist zwischen 40 und 50 Jahre alt, haben an Eliteuniversitäten wie Oxford, Harvard oder in Chicago studiert. Sie sprechen fließend mehrere Sprachen - KKR-Europa-Chef Huth lernt mit Russisch gerade seine sechste. Die meisten kommen aus Investmentbanken. Einige wenige waren vor ihrem Aufstieg in der Private-Equity-Branche auch in der Industrie: Cerberus-Deutschland-Chef David Knower bei Procter & Gamble, 3i-Geschäftsführer Stephan Kümmer bei Bertelsmann und BC-Partners-Chairman Jens Reidel bei Beiersdorf.

Was eint die Branchenführer sonst? Zunächst: Die Männer bleiben unter sich. Private Equity ist eine nahezu frauenfreie Zone, fest in den Händen männlicher Alpha-Tiere. Allerdings mit durchaus unterschiedlichen Charakteren: Neben umgänglichen Sympathieträgern wie CVC-Chef Steve Koltes (Hobby: Wandern - aber nie ohne Handy) und stillen Netzwerkern wie KKR-Manager Huth hält ein Adrenalin-Junkie wie Permira-Chef Krenz Kollegen und Dienstleister regelmäßig mit nächtlichen E-Mails auf Trab.

Die Top-Manager von Private-Equity-Gesellschaften sind unvorstellbar reich

Viele von ihnen sind sportlich - Skifahrer gibt es unter ihnen eine ganze Reihe. Goldman-Sachs-Vormann Alexander Dibelius ist bekannt für seinen Ehrgeiz, beim alljährlichen Promi-Rennen zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos ganz oben auf dem Podest zu stehen. Golf - der Top-Sport für Netzwerker - erfreut sich unter den Herren einer gewissen Beliebtheit. Aber auf einstellige Handikaps bringen es nur wenige. Wer so viel Zeit auf dem Grün verbringt, mache als Private-Equity-Manager ohnehin etwas falsch, meint Krenz, dessen Zigarillo-Konsum (Marke Moods) legendär ist. Es gibt einige Segler unter ihnen, mit EQT-Chef Marcus Brennecke sogar einen mehrfachen deutschen Meister.

In ihrer Freizeit sind die Männer ohnehin meist mit etwas ganz anderem beschäftigt: Ihrer Familie. In Sachen Nachwuchs macht Private-Equity-Managern kaum jemand etwas vor. Zwei Kinder sind die Ausnahme, drei, vier und mehr die Regel. Huth hat fünf, BC-Partners-Chef Reidel sieben. Alpha-Männer eben. Und zwar solche, die sich eine große Familie locker leisten können. Denn vor allem anderen eint sie eines: Sie sind reich. Unvorstellbar reich sind die Top-Manager von Private-Equity-Gesellschaften, verglichen mit dem deutschen Durchschnittsverdiener. Allerdings nicht von Anfang an. In den ersten Jahren liegt die Bezahlung unter der von Investmentbanken. Aber langfristig lohnt sich der Einsatz. Die Gründerväter der Branche in den USA finden sich alle in den "Forbes"-Listen der reichsten Amerikaner. Blackstone-Gründer Stephen Schwarzman verdiente im vergangenen Jahr satte 400 Millionen Dollar. Nach dem erfolgreichen Börsengang von Blackstone dürfte er sich noch einmal um einige Plätze verbessert haben. In Europa ist die Branche jünger, deshalb hat der Reichtum noch eine andere Dimension. Aber der Abstand schmilzt. Unter den Top-Verdienern werden die Private-Equity-Herren derzeit nur noch von Hedgefondsmanagern in den Schatten gestellt.

Grundsätzlich bekommt ein Investment-Manager bei einem Private-Equity-Fonds ein Grundgehalt und einen erfolgsabhängigen Bonus - ähnlich wie Investmentbanker. Diese Kosten bestreitet die Fondsgesellschaft aus der sogenannten Managementgebühr, die sie ihren Investoren für die Verwaltung der Gelder in Rechnung stellt. In der Regel liegt sie pro Jahr zwischen 1,5 und 2 Prozent der Fondssumme. Bei den kleinen Fonds reicht das gerade, um die laufenden Kosten zu decken. Bei den großen kommen da kräftige Summen zusammen. Car- lyle beispielsweise dürfte bei knapp 60 Milliarden Dollar an verwalteten Geldern allein aus der Managementgebühr auf Einnahmen von mindestens 900 Millionen Dollar pro Jahr kommen - unabhängig vom Erfolg. Und trotz wachsenden Fondsvolumens blieben die Teams, die sich das Geld teilen, ungefähr gleich.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Die Private-Equity-Manager werden am Gewinn ihrer Investments beteiligt.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Andere Regeln für private Banken  Artikel in Merkliste

29.08.2008

Was für Unternehmer rechtens ist, muss der Verbraucher nicht immer billigen. Die Vertragsordnung für Bauleistungen, die für Unternehmer angewandt wird, enthält bei Verträgen mit Privatleuten unwirksame Klauseln, die im Einzelfall geprüft werden müssen. Artikel


Anzeige