In die Diskussion um eine Konsolidierung der Landesbanken kommt neue Bewegung: Die Eigentümer überlegen jetzt, die Dekabank und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zu fusionieren. Entsprechende Pläne wurden gestern im Eigentümerkreis der beiden Institute bestätigt. Es geht auch um den Standort Frankfurt.
BERLIN/FRANKFURT. „Wenn es zu einer Fusion im Süden zwischen der BayernLB und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kommt, dann brauchen wir eine Option zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt“, sagte ein mit den Plänen vertrauter Eigentümer. Offizielle Gespräche gebe es noch nicht.
Derzeit halten die Sparkassen und die Landesbanken jeweils 50 Prozent an der Dekabank, die als zentraler Vermögensverwalter für die öffentlich-rechtliche Gruppe fungiert. Die Helaba gehört dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (SGVHT) zu 85 Prozent. Trotz der Dominanz der Sparkassen, wäre eine Fusion beider Institute durch Einbringung der Helaba kompliziert. Denn andere Landesbanken und Sparkassenverbände müssten Anteile an der Dekabank abgeben. Trotzdem machen sich SGVHT-Präsident Gregor Böhmer und der Vorstandschef der Dekabank, Franz Waas, für eine Fusion stark.
Helaba und Dekabank waren schon 2003 Gegenstand von Fusionsüberlegungen. Beide Institute sollten inklusive der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) zusammengehen, jedoch vereitelte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) den „Dreierbund“. Die LRP gehört heute zur LBBW. Relativ weit waren 2008 auch die Pläne, die Helaba mit der WestLB zusammenzuschließen. Dieser Plan scheiterte am Veto der Sparkassen.
Um anderen Landesbanken die Fusion von Helaba und Dekabank schmackhaft zu machen, bietet der SGVHT seine 34,5-Prozent-Beteiligung an der SV SparkassenVersicherung Holding an. Diese könnte er in die Verhandlungen einbringen und im Gegenzug die Deka-Anteile der Landesbanken in Bayern und Baden-Württemberg kaufen.
Der Anreiz: Bei einer Fusion von BayernLB und LBBW würde Stuttgart der neue Hauptsitz der Bank werden. Als Ausgleich könnte Bayern dafür den Sitz der Versicherung in München bekommen. Das könnte durch eine Verschmelzung des größten Sparkassenversicherers, die Versicherungskammer Bayern, mit der SV SparkassenVersicherung geschehen. Zwar ist der baden-württembergische Sparkassenverband mit rund 63 Prozent Mehrheitseigner der SV Versicherung, doch der SGVHT ist strategisch das Zünglein an der Waage.
Angesichts der Pläne sucht der hessische Sparkassenverband nach Möglichkeiten, die Frankfurter Sparkasse vor einer Fusion mit der Dekabank von der Helaba wieder abzuspalten. Sie war im Zuge einer Notoperation im Herbst 2005 übernommen worden und soll kein Teil der Fusion sein.

