Herabstufung angedeutet: Fitch rechnet mit noch mehr Ausfällen

Herabstufung angedeutet
Fitch rechnet mit noch mehr Ausfällen

Die Rating-Agentur Fitch rechnet mit weiter zunehmenden Zahlungsausfällen bei privaten Baukrediten in den USA. In der Folge setzten die Bonitätswächter Verbriefungen sogenannter Subprime-Finanzierungen im Volumen von umgerechnet 94 Mrd. Euro auf die Beobachtungsliste für eine Herabstufung.

FRANKFURT. Die Rating-Agentur ließ keinen Zweifel daran, dass es dazu auch kommen wird. „Man kann davon ausgehen, dass die von Fitch erwarteten höheren Verluste zu umfangreichen und gravierenden Herabstufungen führen werden“, hieß es.

Die Ankündigung von Fitch ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Krise ihren Höhepunkt noch keineswegs erreicht hat. Erst vor wenigen Tagen hatte Standard & Poor’s (S&P) mehr als 8 000 strukturierte Wertpapiere auf die rote Liste gesetzt oder herabgestuft. Im Wesentlichen handelte es dabei forderungsbesicherte Anleihen (Asset Backed Securities) sowie komplex strukturierte Investmentpools (Collateralized Debt Obligations) im Volumen von mehr als einer halben Mrd. Dollar. Zugleich kündigte S&P an, dass damit für Finanzkonzerne weitere Abschreibungen von 265 Mrd. Dollar drohen. Schätzungen zufolge hat die Branche bereits mehr als 130 Mrd. Dollar auf strukturierte Anleihen abgeschrieben, die mit Forderungen aus Hypothekendarlehen gedeckt sind.

Grund für die skeptische Haltung von Fitch ist zum einen der zunehmende Preisverfall bei US-Wohnimmobilien, der anhalten dürfte. Der Rating-Agentur zufolge stellen die Banken nämlich nur noch äußerst begrenzt Kredite für Käufe von Objekten zur Verfügung. Bei sinkenden Preisen kann im Falle einer Zwangsversteigerung aber nur ein Teil der Schulden aufgefangen werden.

Hinzu kommt, dass die untersuchten Finanzierungen aus den Jahren 2006 und 2007 bereits in einer frühen Phase extrem hohe Ausfälle zeigen. Fitch erwartet hier auf Dauer Anteile von 48 beziehungsweise 43 Prozent. Damit könnte fast jede zweite Finanzierung notleidend werden. Dies wiederum hätten entsprechende Folgen für damit besicherten knapp 3 000 Wertpapiere. Die Überprüfung will Fitch bis Ende Februar abschließen.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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