Hessen-Thüringen-Verband: Sparkassen verdienen wie nie zuvor

Hessen-Thüringen-Verband
Sparkassen verdienen wie nie zuvor

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen haben den Gewinn kräftig gesteigert. Sie wollen diesen Überschuss nun nutzen, um ihr Kapitalpolster zu stärken – zumal das Geschäft 2013 schwächeln dürfte.
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FrankfurtDie Sparkassen in Hessen und Thüringen haben dank des stabilen Geschäfts mit Privat- und Firmenkunden so viel verdient wie nie zuvor. Der Betriebsgewinn nach Bewertungseffekten stieg im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro, wie Gerhard Grandke, der Chef des Sparkassenverbands Hessen-Thüringen (SGVHT), am Donnerstag in Frankfurt sagte.

Die 50 Sparkassen in beiden Bundesländern hatten bereits 2011 hohe Abschreibungen auf ihren Anteil an der Landesbank Berlin vorgenommen, so dass sich die Belastungen 2012 in Grenzen hielten. „Ich gehen davon aus, dass der beabsichtigte Rückbau der Landesbank Berlin zu einer Hauptstadtsparkasse keine größeren Belastungen für die Sparkassen in Hessen und Thüringen mehr mit sich bringen wird“, sagte Grandke.

Die Sparkassen wollen die Gewinne nutzen, um ihren Eigenkapitalpuffer zu stärken. Auch 2013 müssten sich die Institute wegen der Niedrig-Zins-Phase und des harten Wettbewerbs um Spareinlagen auf Gegenwind einstellen, sagte Grandke. Die Konjunkturabkühlung hätten die Sparkassen im Kreditgeschäft bisher noch nicht zu spüren bekommen, bei Frühindikatoren wie offenen Darlehnszusagen zeigten sich allerdings „erste Bremsspuren“, betonte Grandke. Er rechnet 2013 deshalb mit einer leichten Abschwächung der Betriebsergebnisse.

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen sind mit einem Anteil von 69 Prozent Mehrheitseigner der Helaba. Das Institut ist nach der Übernahme der WestLB-Verbundbank 2012 zu einer der wichtigsten Landesbanken aufgestiegen und als Zentralbank für rund 40 Prozent aller Sparkassen in Deutschland zuständig. An eine weitere Bereinigung des Landesbanken-Sektors glaubt Grandke nicht. „Weitere Konsolidierungsschritte sehe ich derzeit nicht.“ Vielmehr müssten die Landesbanken ihre Neuausrichtung vorantreiben und hausgemachte Probleme lösen.

Den schwächelnden Sparkassen in Schleswig-Holstein sagte Grandke Unterstützung zu, sollten diese Mittel aus dem bundesweiten Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe benötigen. „Wenn es dort ein Problem gibt, werden wir diesen Instituten helfen.“ Den Nord-Sparkassen machen die schwache Wirtschaftsentwicklung in Norddeutschland, hausgemachte Probleme und Abschreibungen auf ihren Anteil an der kriselnden HSH Nordbank zu schaffen. Für die gesamte Sparkassen-Gruppe seien die Probleme in Schleswig-Holstein allerdings keine „existenzielle Frage“, unterstrich Grandke.

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