Obwohl die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank immer wahrscheinlicher scheint, wollen die beteiligten Unternehmen auch zum Wochenende nichts bestätigen. Doch spätestens mit dem Treffen des Kontrollgremiums der Dresdner-Bank-Mutter Allianz am Sonntag müssten die Verhandlungspartner erstmals Farbe bekennen.
Am Sonntag trifft sich das Kontrollgremium der Allianz, das die Bankenfusion beschließen könnte. Foto: ap
HB FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Verhandlungen zur Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank durch die Commerzbank gehen am Samstag in die entscheidende Phase. Im Commerzbank-Aufsichtsrat sollen nach dpa-Informationen Vorgespräche stattfinden, ehe das gesamte Gremium an diesem Sonntag in Frankfurt zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommt. Am Sonntag trifft sich auch das Kontrollgremium der Dresdner-Bank-Mutter Allianz, das als erstes grünes Licht für die größte Fusion in der deutschen Bankenbranche seit sieben Jahren geben müsste.
Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller sagte dem Radiosender hr-iNFO, in den seit Monaten geführten Verhandlungen sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen: „Es gibt noch kein Ergebnis.“ Müller - bis Mitte Mai Vorstandschef der zweitgrößten deutschen Bank - betonte, die Commerzbank sei finanziell in der Lage, die Dresdner Bank zu übernehmen: „Der Vorstand der Commerzbank würde keine Verhandlungen führen, von denen er glauben muss, dass er sie nicht finanzieren kann.“
Am Freitag hatten sich Meldungen verdichtet, dass die Dresdner- Bank-Mutter Allianz ihre angeschlagene Banktochter mehrheitlich an die Commerzbank verkaufen wird. Der Münchner Versicherungskonzern bestätigte „fortgeschrittene Gespräche zur weiteren Entwicklung der Dresdner Bank“. Es sei aber noch offen, „ob diese zu einem Abschluss“ führten, hieß es in einer Pflichtmitteilung aus München.
Die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erfuhr indes aus Finanzkreisen, der Allianz-Vorstand habe sich auf die Grundzüge eines Verkaufs der Dresdner Bank an die Commerzbank geeinigt. Das berichteten auch mehrere Zeitungen übereinstimmend. Die Dresdner Bank war infolge der Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht.
Nach dpa-AFX-Informationen ist eine Übernahme der Bank in zwei Schritten angestrebt. Ein neues Institut aus Commerzbank und Dresdner Bank wäre mit einer Bilanzsumme von knapp 1,1 Billionen Euro deutliche Nummer Zwei in der deutschen Bankenbranche hinter der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von fast 2 Billionen Euro. Arbeitnehmervertreter befürchten den Verlust tausender Arbeitsplätze.


