Beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss jetzt auch wie erwartet der Chefaufseher gehen. Der Druck von Seiten der Bundesregierung und der Konsortialbanken war in den vergangenen Tagen offenbar zu stark. Nicht zuletzt Finanzminister Peer Steinbrück forderte offen Viermetz` Rücktritt.
Das Lachen ist Kurt Viermetz vergangen: Er tritt als Aufsichtsratschef der Hypo Real Estete zurück. Foto: dpa
HB DÜSSELDORF. Nach einer Woche Zögern wurde der Druck jetzt selbst für Viermetz, der auch bei der Deutschen Börse als Aufsichtsratschef massiv unter Druck steht, zu stark: „Kurt F. Viermetz, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Hypo Real Estate Holding AG, hat heute sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats zum Ablauf des heutigen Tages niedergelegt“, teilte die im DAX notierte Bank in München mit. Sein Amt werde vorübergehend von seinem bisherigen Stellvertreter, Klaus Pohle, wahrgenommen.
Der Druck von Seiten der Bundesregierung und der Konsortialbanken war in den vergangenen Tagen enorm. Nach einer Woche Zögern wurde der Druck jetzt selbst für Viermetz, der auch bei der Deutschen Börse als Aufsichtsratschef massiv unter Druck steht, zu stark. Viermetz hatte mehrere Tage um seinen Job gekämpft. Selbst, als der einzige HRE-Großaktionär JC Flowers von Viermetz abrückte, ließ dieser verlauten, er werde im Amt bleiben. „Er kann jetzt nicht mehr in Würde gehen, er wird vom Hof gejagt“, hieß es in Aufsichtsratskreisen.
Eine Schlüsselrolle bei der Trennung von Viermetz spielte neben Steinbrück der US-Investor Christopher Flowers. Seine Beteiligungsgesellschaft hält knapp 25 Prozent an der HRE und hatte sich in Sachen Viermetz lange neutral verhalten. Gestern aber rückte Flowers, der drei Aufsichtsräte stellt, von dem 69-Jährigen ab und kündigte ihm die Gefolgschaft. Nun steht nach Einschätzung von Branchenkreisen Flowers in der Pflicht, mehr Verantwortung bei der HRE zu übernehmen. Allerdings wird Flowers persönlich den Aufsichtsrat nach Angaben in Finanzkreisen nicht selbst übernehmen. „Es ist besser, wenn das jemand macht, der näher dran ist.“



