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30.09.2008 
Hypo Real Estate

HRE-Rettungsplan könnte das Ende bedeuten

Die Rettungsaktion für die Hypo Real Estate könnte deren Ende bedeuten. Das ergibt sich aus einem Papier der Bundesbank und der Aufsichtsbehörde Bafin, das am Dienstag in Berlin bekannt wurde. Eine mögliche Liquidation wird mittlerweile dementiert, entkräftet ist dieses Szenario jedoch noch nicht. Für Anleger verheißt das Schreiben wenig Gutes.

Bafin: Anleger könnten einen gehörigen Anteil des Rettungspakets schultern müssen. Foto: dpa Lupe

Bafin: Anleger könnten einen gehörigen Anteil des Rettungspakets schultern müssen. Foto: dpa

HB BERLIN. Mit den Hilfen, verbürgt vom Staat mit rund 26,6 Mrd. Euro, soll der unter Liquiditätsproblemen taumelnde Immobilienfinanzierer vorerst abgesichert werden. „Anders als bei einer sofortigen Insolvenz wird eine geordnete und Substanz schonende Neustrukturierung der HRE-Gruppe durch einen den Wert erhaltenden Verkauf der Bank-Töchter oder von deren Vermögensteilen ermöglicht“, heißt es in dem Papier. Ohne ihre Töchter aber wäre die HRE in der heutigen Form Geschichte.

Um dem Vorwurf zu begegnen, es an Klarheit fehlen zu lassen, machen Bundesbank und Bafin zudem unmissverständlich klar: „Eine ordnungspolitisch nicht vertretbare Schonung der Vermögenspositionen der Aktionäre an der börsennotierten HRE-Holding wird dadurch vermieden, dass die Aktien der HRE-Gruppe als Sicherheit zur Verwertung abgetreten werden.“ Und schlimmer noch für die Aktionäre: „Unterstellt, dass die Verkaufserlöse dabei nicht die Beteiligungsbuchwerte in der Bilanz der HRE-Holding erreichen, werden auch die Risikokapitalgeber der HRE-Gruppe (Aktionäre der HRE-Holding) einen gehörigen Anteil an den Kosten des Rettungskonzepts tragen.“

HRE-Krise: "Keinen Funken Vertrauen"

Das passt zu den Darstellungen, die Teilnehmer der Fraktionssitzungen über die Informationen von Finanzminister Peer Steinbrücks Ausführungen gaben. Am Ende der Rettung stehe das Ende der HRE, hieß es von dieser Seite. Die Aktionäre würden praktisch alles verlieren. Sie müssten bluten. Steinbrück hatte von Anfang an von einer „geordneten Abwicklung“ der HRE auf Grundlage des vereinbarten Rettungskonzeptes gesprochen.

Die Regierung und die anderen Beteiligten wollen offenbar dem moralischen Vorwurf begegnen, der Regierungen immer bei Rettungen von Großkonzernen mit Staatsgeldern gemacht wird. Er lautet, ab einer gewissen Größe könne ein Konzern in der Regel auf seine Rettung durch den Staat kalkulieren, weil sein Zusammenbruch eine Kettenreaktionen bei anderen Firmen auslösen könnte. Dadurch könnten gesamtgesellschaftlich schwere Verwerfungen entstehen, wie umfangreiche Arbeitsplatzverluste. Es geht also um das Problem des „moralischen Risikos“. Können die Vorstände von Großfirmen darauf vertrauen, dass die Unternehmen im Zweifel vom Staat aufgefangen werden, könnten sie sich verleitet fühlen, risikoreichere Geschäfte zu betreiben.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat allerdings darauf hingewiesen, dass keine Liquidation der Hypo Real Estate Holding AG (HRE) geplant sei. Das Institut hätte keinen Kredit gewährt bekommen, wenn man nicht davon ausgehen könnte, dass dieser auch zurückgezahlt wird, sagte am Dienstag der Präsident der Finanzaufsicht, Jochen Sanio, am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt. Eine Liquidierung der HRE gebe es in dem Fall, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt würde.

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