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08.07.2008 
Neue Millionenverluste

HSH Nordbank rutscht weiter in die Krise

von Frank M. Drost

Die Finanzkrise trifft die HSH Nordbank noch härter als bisher bekannt. Die Landesbank rechnet nach Informationen des Handelsblatts damit, neuerlich 210 Millionen Euro abschreiben zu müssen. Dies wirkt im Vergleich zu den bereits bekannten Verlusten zwar gering, verschlechtert die Lage der Landesbank jedoch erneut.

Weitere Abschreibungen: Die HSH Nordbank rutscht tiefer in die Krise. Foto: dpaLupe

Weitere Abschreibungen: Die HSH Nordbank rutscht tiefer in die Krise. Foto: dpa

BERLIN. Die HSH Nordbank hat bislang schon 1,5 Mrd. Euro auf ihr 26 Mrd. Euro umfassendes Wertpapierportfolio abgeschrieben.

Der stellvertretende Vorstandschef der Bank, Peter Rieck, hatte dem Haushaltsausschuss der Hamburger Bürgerschaft Ende Juni mitgeteilt, dass die HSH Nordbank für 2008 mit Wertkorrekturen von insgesamt 400 Mill. Euro rechnet. Das steht im Bericht des Ausschusses, der dem Handelsblatt vorliegt. Davon entfallen auf das erste Quartal bereits veröffentlichte Abschreibungen über 190 Mill. Euro. Für die übrigen Quartale sind demnach weitere Wertberichtigungen in Höhe von 210 Mill. Euro zu erwarten.

Und das ist womöglich auch noch nicht alles: Sollte es zu neuen Schwierigkeiten am Markt kommen, könnte sogar „eine nochmalige Wertkorrektur, die über die 400 Mill. Euro hinausgeht, nicht ausgeschlossen werden“, zitiert der Bericht Rieck. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Liquiditätslage der, gemessen an der Bilanzsumme, viertgrößten deutschen Landesbank „angespannt“, doch „nicht kritisch“ sei.

Das operative Ergebnis werde zwar unter Vorjahresniveau liegen, aber „positiv und gut“ sein. Im Vorjahr hatte die Bank 148 Mill. Euro verdient.

Vorstandschef Hans Berger bestätigte gestern, dass auf die HSH Nordbank im zweiten Halbjahr wohl weitere Abschreibungen zukommen. Er nannte jedoch keine Zahlen. Dagegen stellte er in Aussicht, dass die Bank womöglich kleinere Spezialinstitute zukaufen könnte – etwa in der Schiffsfinanzierung.

Eine überraschende Aussage, hatten sich die Eigner, vor allem die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, norddeutsche Sparkassen und der US-Investor Flowers, doch erst kürzlich darauf verständigt, die Bank mit 1,3 Mrd. Euro frischem Kapital zu versorgen – um die Eigenkapitalquote zu erhöhen.

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