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29.03.2007 

Bankenmarkt hält hohes Wachstum

Osteuropa bleibt ein attraktiver Bankenmarkt. In den kommenden acht Jahren werde der Umsatz in der Region inklusive Russland, der Ukraine und der Türkei um jährlich 13 Prozent steigen, prognostiziert der Unternehmensberater Mercer Oliver Wyman in einer Studie. Damit werde sich das Marktvolumen von derzeit 55 Mrd. Euro bis zum Jahr 2015 auf 170 Mrd. Euro gut verdreifachen.

Gleichzeitig stehe der Bankenmarkt in den meisten osteuropäischen Ländern vor einem Einschnitt. Mit einer ausländischen Beteiligung von teilweise über 90 Prozent hätten neue ausländische Spieler kaum noch Chancen, über den Kauf einer lokalen Bank einen Marktzutritt zu bekommen – erst recht nicht zu günstigen Konditionen. Die Ausnahme sei Russland, heißt es in der Studie. Hier lägen weniger als zehn Prozent des Markts in ausländischer Hand, es gebe noch Raum für Übernahmen.

Für die deutschen Banken, die im Vergleich zur italienischen und österreichischen Konkurrenz weniger stark in Osteuropa Fuß gefasst haben, heiße dies, dass sie neue Wege in die Märkte suchen müssten. „Es macht jetzt mehr Sinn, sich auf bestimmte Kunden- oder Produktgruppen zu fokussieren und diese dann über Ländergrenzen hinweg aufzubauen“, sagt Thomas Raab, Managing Director bei Mercer Oliver Wyman. Attraktiv seien unter anderem die boomenden Segmente Konsumenten- und Wohnungsbaukredite sowie die Finanzierung mittelständischer Unternehmen. Aber auch der Aufbau eines Direktbanken-Konzepts könne Sinn machen. „Das Wichtigste für die deutschen Banken ist, aktiv zu werden“, urteilt Raab.

Die größten ausländischen Spieler in der Region sind die italienische Unicredit, Erste Bank und RZB Gruppe aus Österreich sowie die französische Société Générale. Besonders attraktiv sind der Studie zufolge die Märkte in Russland, der Ukraine und Türkei. Als Wachstumstreiber werden neben dem Privatkunden-Massengeschäft, das Firmenkundengeschäft und das Investment-Banking aufgezählt.

Gerade in Russland sieht Andreas Raffel, Deutschland-Chef des Bankhauses Rothschild, beste Chancen für Investmentbanken. Die dortige Volkswirtschaft sei vielfach unterinvestiert im Vergleich zu Europa. Die Unternehmen versuchten sich deshalb durch Zukäufe im Ausland – gerade auch in Deutschland – gegen die befürchtete steigende Konkurrenz durch fallende Zölle zu wappnen.

„Das Volumen von Fusionen und Übernahmen mit russischer Beteiligung wird 2007 um bis 50 Prozent steigen“, schätzt Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft und Vice-Chairman von Rothschild in Europa. 2006 waren es etwa 100 Mrd. Euro. Starkes Interesse russischer Unternehmen sieht er in den Bereichen Metall, Maschinenbau, verarbeitende Industrie und bei Beratungsdiensleistungen sowie Energie. Allerdings müsse ein Teil der Firmen noch die Spielregeln der Kapitalmärkte wie Meldepflichten bei Aktienkäufen lernen.

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