Die HypoVereinsbank bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Chef. Vorstandssprecher Wolfgang Sprißler gibt seinen Posten an Theodor Weimer ab, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Zugleich wird der HVB-Vorstand deutlich verkleinert. Allerdings sollen die Vorstände ihre Funktionen größtenteils weiter ausführen – nur nicht mehr im Vorstandsrang.
MÜNCHEN. Unicredit
-Chef
Alessandro Profumo baut die Führung der HypoVereinsbank radikal um. Neuer Chef der deutschen Tochter wird zum Jahreswechsel Theodor Weimer. Er war im vergangenen Jahr von Goldman
Sachs zur HVB
gekommen. In Unternehmenskreisen wurde die Wahl des neuen Vorstandssprechers positiv gewertet. "Das ist ein stark kundengetriebener Mann. UniCredit
setzt der HVB
keinen Schwächling hin", hieß es im Umfeld der Bank. Es war erwartet worden, dass der Vertrag des 62-jährigen Wolfgang Sprißler nicht noch einmal verlängert wird.
Am Mittwoch findet erstmals eine Aufsichtsratssitzung der HVB
in Mailand statt, wo die italienische UniCredit
ihren Sitz hat. Im Umfeld der italienischen Großbank hieß es, es würden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.Nach Informationen des Handelsblatts wird der Vorstand deutlich verkleinert. Derzeit hat die HypoVereinsbank noch zehn Vorstandsmitglieder. In Branchenkreisen gilt diese Ausstattung angesichts des alles dominierenden Großaktionärs als üppig. Schließlich kommt zum Beispiel die Deutsche Bank
mit vier Vorständen aus. Die Commerzbank
ist ähnlich wie die HypoVereinsbank ausgestattet - allerdings werden bei der HVB
viele Aufgaben inzwischen in Mailand wahrgenommen, sodass einige Funktionen überflüssig geworden sind.
Im Umfeld der HVB
und von UniCredit
wurde betont, dass niemand raugeschmissen werde. Es gebe auch keine Unzufriedenheit mit der HVB
-Führung.
Allerdings sollen die vier divisionalen Vorstände der HVB
künftig keinen Vorstandsrang mehr haben. Davon sind Willibald Cernko (Privat- und Geschäftskunden), Stefan Schmittmann (Firmenkunden), Ronald Seilheimer (Markets&Investmentbanking) sowie Andreas Wölfer (Wealth Management) betroffen. Sie behalten aber ihre Funktionen. "Es wird niemand in die Wüste geschickt", hieß es im UniCredit
-Umfeld.
Die Vorstände sollen ihre Funktionen in den Divisionen behalten.
Der frühere Finanzvorstand Sprißler hatte ursprünglich schon in Pension gehen wollen. Nach der Übernahme der HVB
durch UniCredit
übernahm er dann aber Anfang 2006 den Chefsessel von Dieter Rampl, Nach Einschätzung in Branchenkreisen hat Sprißler die Bank in ruhiges Fahrwasser geführt, die nach der Übernahme durch die Italiener erheblich in Unruhe gekommen war. Auch in der aktuellen Finanzkrise schlug sich die HVB
ordentlich - allerdings hat Sprißler die Bank angesichts der anhaltend schwierigen Märkte auf ein schwieriges Jahr 2008 eingestimmt.

