Die HypoVereinsbank (HVB)
geht davon aus, das Gröbste bewältigt zu haben. Das zweite Quartal hat nach Darstellung von Vorstandschef Wolfgang Sprißler keine weiteren Belastungen durch die Finanzmarktkrise gezeitigt.
HB MÜNCHEN. Sprißler sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung in München, es werde deswegen beim Handelsergebnis und dem Vorsteuergewinn einen deutlich positiven Wert geben. Im ersten Quartal war die zur italienischen UniCredit
gehörende HVB
wegen hoher Belastungen durch die Krise in die roten Zahlen gerutscht.
Nun liege das Ergebnis vor Steuern – anderes als bei vielen Rivalen in Deutschland und im Ausland – sowohl im zweiten Quartal wie auch im ersten Halbjahr 2008 deutlich im Plus, sagte Sprißler. Eine nachhaltige Stabilisierung der Märkte sieht er indes noch nicht. Es habe zwar im April und Mai Erholungstendenzen gegeben, der Juni sei aber schon wieder schwieriger gewesen. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2008 sei sehr schwer, so der HVB
-Chef. Das Jahresergebnis werde maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Finanzkrise bestimmt.
Zu Jahresbeginn hatten die Börsenturbulenzen die HVB mit voller Wucht erfasst. Kam sie bis dahin ohne größere Blessuren davon, wurde sie im ersten Quartal mit 282 Millionen Euro in die roten Zahlen gedrückt. Dabei schlug die Kapitalmarktkrise allein mit knapp 550 Millionen Euro zu Buche. Detaillierte Zahlen für das zweite Quartal will die HVB-Mutter UniCredit, Italiens größte Bank, am Freitag vorlegen. Die HVB will am kommenden Montag ihre Bilanz veröffentlichen.
Auf der Hauptversammlung will die HVB
die vom Landgericht München gerügten formalen Fehler beim Verkauf der früheren Tochter Bank Austria
an die Konzernmutter UniCredit
ausbügeln. Kleinaktionäre werfen dem Vorstand vor, die einstige Ertragsperle unter Wert veräußert zu haben. Sie überziehen die Bank mit zahlreichen Klagen, die noch anhängig sind.
S hat zum Beispiel der sogenannte besondere Vertreter der HVB, eine Art Sonderprüfer, eine Klage auf Schadenersatz von rund drei Milliarden Euro eingereicht. Er fordert auch eine Rückabwicklung der Transaktion. Zudem gehen angelsächsische Investoren gegen die HVB und UniCredit vor. Dabei geht es um Schadenersatzansprüche in Höhe von mehr als 17 Milliarden Euro.
Da die Italiener mehr als 95 Prozent der HVB-Anteile halten, gilt die nachträgliche Bestätigung der Beschlüsse von Oktober 2006 aber nicht als gefährdet. Damit hätten die Münchner die Auflagen des Gerichts erfüllt.

