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29.09.2008 
Portrait

Hypo Real Estate – die große Unbekannte im Dax

Die Hypo Real Estate gehört im Gegensatz zu Traditionsunternehmen wie Siemens oder BMW zu den Jünglingen in der ersten deutschen Wirtschaftsliga.

HB MÜNCHEN. Entstanden war das Unternehmen erst im Jahr 2003, als die Hypo-Vereinsbank ihr gewerbliches Immobilienfinanzierungsgeschäft abspaltete. Im Oktober 2003 ging die Hypo Real Estate an die Börse und schaffte es dort gut zwei Jahre später in den Dax. Der Konzern beschäftigte Ende 2007 2 000 Mitarbeiter, davon knapp 900 in Deutschland.

Unter dem Dach der Hypo Real Estate Holding AG tummeln sich mehrere Banken. Das Geschäft ist in drei Bereiche gegliedert. Die Sparte Commercial Real Estate Finance bietet die Finanzierung gewerblicher Immobilien wie Bürogebäude oder Hotels an. Der Bereich Public Sector & Infrastructure Finance konzentriert sich auf Infrastrukturprojekte wie die Finanzierung von Straßen, Krankenhäusern oder Eisenbahnen. Das vergleichsweise kleine Segment Capital Markets & Asset Management schließlich widmet sich den Kapitalmärkten und der Vermögenserwaltung. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf Europa.

Von sich reden machte Hypo Real Estate erstmals im vergangenen Sommer, als es die in Irland angesiedelte Depfa Bank für 5,7 Mrd. Euro schluckte. Durch die Übernahme der Depfa wollten die Münchner Zugang zu staatlichen Projekten bekommen, auf die die Depfa weltweit spezialiert ist. Im Visier waren unter anderem die Finanzierung großer Projekte wie Bürogebäude, Flughäfen, Brücken oder Kliniken. Angesichts klammer Kassen bei Bund, Ländern und Gemeinden galt dies als vielversprechendes Geschäftsmodell.

Zuletzt aber bekam das gute Image einige Kratzer ab. Im vergangenen Jahr fiel der Vorsteuergewinn vor allem wegen der Finanzkrise und der Übernahme der Depfa auf vergleichbarer Basis von 1,06 Mrd. Euro auf 862 Mill. Euro. Unterm Strich ging das Ergebnis von 542 auf 457 Mill. Euro zurück. Die operativen Erträge sanken von 1,84 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,46 Mrd. Euro.

Auch der Aktienkurs litt unter den Problemen. Nach gut 57 Euro im Jahr 2006 stand das Papier zuletzt bei knapp 13,50 Euro. Im Frühjahr nutzte der US-Investor Christopher Flowers über seine J.C. Flowers die Gunst der Stunde und stieg bei Hypo Real Estate ein. Zuletzt hielt er gut 24 Prozent an HRE. Daher drohte vor kurzem auch der Rauswurf aus der ersten Börsenliga. Denn die Mitgliedschaft im exklusiven Club der Dax-Konzerne richtet sich vor allem nach dem Börsenwert und der Höhe des Streubesitzanteils.

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