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01.04.2005 
Angeschlagene BHW-Tochter hofft auf finanzstarken Käufer

Hypothekenbank AHBR schreibt nur durch Griff in die Reserven Gewinn

Die zum Verkauf stehende Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) hat 2004 einen Verlust nur dadurch vermieden, dass sie Reserven in dreistelliger Millionenhöhe gehoben hat. Vor allem durch den Verkauf von Wertpapieren hat die angeschlagene Bank noch einen Netto-Gewinn von knapp 18 Mill. Euro erreicht.

kk FRANKFURT/M. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne das Wertpapier-Ergebnis hätte die AHBR mehr als 100 Mill. Euro Verlust gemacht.

Die Hypothekenbank, an der der Hamelner Baufinanzierer BHW mit knapp 40 Prozent beteiligt ist und die Unternehmensführung hat, war vor allem wegen Zinsspekulationen in den vergangenen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Seitdem haben die Großaktionäre – neben BHW die Gewerkschaftsholding BGAG, die 50 Prozent hält – mehr als eine Milliarde Euro zuschießen müssen. Sie wollen die Problemtochter nun verkaufen und haben ein Bieterverfahren eingeleitet.

Der AHBR-Vorstandsvorsitzende Dirk Hoffmann sagte gestern, dass sich die Bank auf die Due Diligence vorbereite, bei der das Unternehmen für den Verkauf bewertet wird. Die Vorbereitung werde wenige Wochen dauern. Danach können potenzielle Investoren einen Einblick in das Unternehmen erhalten. „Es gibt mehr Interesse als wir ursprünglich erwartet hatten“, sagte Hoffmann.

Als potenzielle Investoren gelten vor allem Ausländer, die entweder an der Banklizenz, an den Kreditportfolios oder an einem Markteintritt in Deutschland interessiert sind. „Wir würden uns einen Investor mit einer guten Bonität wünschen, der unser Rating hebt“, sagte der AHBR-Chef. Die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor’s haben die Bewertung für die AHBR im Januar herabgestuft. Zuvor war bekannt geworden, dass die Großaktionäre der Hypothekenbank weitere 600 Mill. Euro als Nachschussmittel für die finanziellen Probleme zur Verfügung stellen. Das Geld wird treuhänderisch vom Ex-Bundesbank-Chef Ernst Welteke verwaltet.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg 2004 um rund ein Viertel auf 256 Mill. Euro. Drei Viertel davon entfielen auf das ostdeutsche Portfolio. Hoffmann rechnet nicht mehr mit weiteren bösen Überraschungen. „Wir haben unsere internen Hausaufgaben gemacht“, sagte Hoffmann. Die Mitarbeiterzahl sei auf 350 von ursprünglich 560 gesunken. In diesem Jahr solle der Kreditbestand weiter bereinigt werden. Der Vorstand denkt auch über den Verkauf nicht-strategischer Kreditportfolien nach. Vor allem im Ausland will die Bank weiter wachsen.

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