IBAN wird Pflicht: So kämpfen Sie gegen das IBAN-System

IBAN wird Pflicht
So kämpfen Sie gegen das IBAN-System

Wer eine Überweisung mit Kontonummer und Bankleitzahl durchführen möchte, muss schnell sein. Ab der kommenden Woche greift das flächendeckende IBAN-System. Doch das Verfahren kann man geschickt umgehen.
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FrankfurtDie Theano GmbH ist gewappnet für den Startschuss: Wenn ab kommender Woche die endgültige Umstellung auf europäische Kontonummern erfolgt, erhofft sich der Internetdienstleister auf seiner Webseite nach Hochkonjunktur.

Mit dem dortigen IBAN-Rechner lässt sich die eigene, internationale Bankkontonummer mit wenigen Mausklicks identifizieren. „Diesen Rechner gibt es bereits seit über zehn Jahren, aber die Nutzerzahlen sind zuletzt deutlich gestiegen“, sagt Rainer Typke, geschäftsführender Gesellschafter bei Theano.

Überweisungen mit Kontonummern und Bankleitzahl sind ab dem 1. Februar endgültig Geschichte. Im Zuge der „Single European Payments Area“ (SEPA) für bargeldlosen Zahlungsverkehr hält die IBAN Einzug in die private Finanzwelt. Eine Überweisung ist künftig nur noch durch Eingabe der IBAN möglich – das soll den Zahlungsverkehr erheblich einfacher, schneller und sicherer machen.

In der gesamten europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und der Schweiz herrscht künftig einheitlicher Zahlungsverkehr. Es macht also keinen Unterschied mehr, ob die Überweisung in Deutschland bleibt oder die Landesgrenze passiert.

Schon bei der Bekanntgabe sorgte das integrierte System für reichlich Diskussionsstoff. Viele Verbraucher sind der 22-stelligen „International Bank Account Number“ (IBAN, siehe folgende Grafik) nicht wohlgesonnen: Zu kompliziert, zu lang, zu sperrig lautet der mehrheitliche Tenor. Obwohl solche SEPA-Überweisungen bereits seit einiger Zeit für Privatkunden möglich sind, werden der Bundesbank zufolge täglich rund 2,4 Millionen Überweisungen auf die „klassische“ Art und Weise getätigt, also mit Empfänger, Kontonummer, Bankleitzahl und Betrag.

Solche Überweisungsscheine sollten ab der kommenden Woche in den Papierkorb wandern. Denn die Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, künftig nur noch die neuen Kontodaten anzunehmen. Aufträge in ihrer bisherigen Form werden in nicht mehr bearbeitet. „Ich habe Sorge, dass das bei allen entsprechend klappt. Nicht jeder nutzt Online-Banking, viele Kunden haben noch alte Überweisungsträger in der Schublade“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in der vergangenen Woche.

Dabei stellt die IBAN nur eine geringfügige Veränderung dar – im Grunde ist es eher eine Ergänzung. Der Ländercode „DE“ wird gemeinsam mit einer zweistelligen, individuellen Prüfziffer der bisherigen Bankleitzahl vorangestellt, anschließend folgt die zehnstellige Kontonummer. Die Krux: Vielen Verbrauchern fällt es Branchenangaben zufolge trotz der bekannten Elemente schwer, sich die 22-stellige Kennzahl zu merken.

Kommentare zu " IBAN wird Pflicht: So kämpfen Sie gegen das IBAN-System"

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  • VIele Kritiker und Spotter übersehen bei der IBAN einen wichtigen Punkt: Die Prüfziffern am Anfang der IBAN sind ein wertvolles Sicherheitsmerkmal.

    Wer bislang bei einer Kontonummer einen Zahlendreher auf dem Beleg oder ins Eingabefeld eintrug oder einfach unleserlich schrieb, musste möglicherweise anschließend den Betrag aufwendig vom falschen Empfänger zurück holen. Die IBAN-Prüfziffern hinter dem Länderkennzeichen hingegen lassen einen Fehler im Kontonummern- oder BLZ-Teil der IBAN sofort erkennen, sodass die Zahlung gar nicht erst ausgelöst wird und man sich viel Ärger erspart.

  • @ Pia Paff

    "In der Tagespraxis ist die Handhabung über IBAN einfacher u. schneller!! "


    Eindeutig: Jein ( -> ;-) )

    Für Auslandsüberweisungen - mit evtl. unbekannter Kontonummer- Bankleitzahlsystematik - ist SEPA auf jeden fall besser und einfacher.

    Für Inlandsüberweisungen ist SEPA, obwohl nur die IBAN vonnöten ist, ist das Kantonummer/Bankleitzahl-System auf jeden Fall schneller und besser.

    Da ich nur sehr selten ins Ausland überweise, ist für mich SEPA eine absolute Erschwernis

  • der heutige Stand der Dinge: 85 % der Software ist purer Schrott, 10 % kann man gebrauchen, 5 % ist genial.
    Mit einem 11-stelligen Kontocode könnte man jedem Erdenbewohner 1.000 Konten zweifelfrei zuordnen. (bei SEPA geht es aber nur um Europa). Für internationale Zahlungen braucht es dann noch den BIC. Wer immer den 22-stelligen IBAN verbrochen hat, ist genau die gleiche "0" wie sie überreichlich im IBAN vorkommen. Eine unglaubliche Fehlleistung, die einfach fassungslos macht!!!
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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