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30.11.2007 
Subprime-Krise

IKB-Bank soll verkauft werden

Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank IKB soll nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verkauft werden.

Die Mittelstandsbank IKB kommt nicht zur Ruhe. Foto. dpaLupe

Die Mittelstandsbank IKB kommt nicht zur Ruhe. Foto. dpa

HB FRANKFURT. Auf dieses Ziel habe sich der Bankenpool in seiner Sitzung am Donnerstag verständigt, sagte KfW-Sprecher Michael Helbig. Die Arbeit an dem Gesamtkonzept, das in einen erfolgreichen Verkauf der IKB münden solle, werde vorangetrieben. Zu Einzelheiten wollte sich der KfW-Sprecher nicht äußern.

Die IKB war die erste Bank in Deutschland, die wegen der Krise auf dem US-Immobilienmarkt in schwere Turbulenzen geraten war. Bereits Ende Juli war die KfW der Mittelstandsbank mit einer Kreditlinie von 8,1 Milliarden Euro zur Seite gesprungen. Sie übernahm auch 2,5 Milliarden Euro einer Risikoabschirmung, die ein Volumen von damals insgesamt 3,5 Milliarden Euro hatte. Am Donnerstag hatte die KfW mitgeteilt, der sogenannte Bankenpool habe sich darauf geeinigt, weitere Risiken bei der IKB von 520 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro) abzusichern.

Doch die spannendste Frage blieb bislang offen: Die KfW machte zunächst keine Angaben dazu, wie die 350-Millionen-Euro-Zusage verteilt wird. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.

Die IKB hat sich über außerbilanzielle Zweckgesellschaften in großem Stil mit zweitklassigen US-Hypothekenkrediten verspekuliert. Die gesamte deutsche Kreditwirtschaft musste dem Institut zur Seite springen, um die größte Bankenpleite seit Jahren zu verhindern. Das Rettungspaket belief sich bislang auf insgesamt 5,8 Milliarden Euro. Davon trägt allein die KfW 4,8 Milliarden Euro. Auf die drei Bankengruppen Sparkassen, Genossenschaftsinstitute und private Banken entfällt die restliche Milliarde. Die deutsche Kreditwirtschaft hatte bisher keinerlei Bereitschaft erkennen lassen, ihr finanzielles Engament für die IKB und deren außerbilanzielle Zweckgesellschaften nochmals zu verstärken.


Bildergalerie Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise


Investoren reagierten erleichtert auf die Nachrichten. Damit ist die Pleitegefahr bei der IKB erst einmal gebannt, äußert sich ein Händler. Die seit Tagen stark unter Druck stehende IKB-Aktie schoss am Vormittag um sechs Prozent auf 8,49 Euro nach oben. Der Börsenwert der Düsseldorfer Bank ist inzwischen nach Reuters-Daten auf rund 700 Millionen Euro zusammengeschrumpft. Anfang des Jahres kostete das Papier noch rund vier Mal so viel.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: EU-Kommission nimmt Rettungsaktionen unter die Lupe

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