Der mit der Kreditkrise kämpfende US-Anleiheversicherer FGIC muss wegen eines Rechtstreits mit der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB unter Umständen seine Verlustrückstellungen anpassen. Zudem hätten die Verluste aus dem Hypothekengeschäft die gesetzlichen Grenzwerte überschritten, teilte der Bondversicherer am Mittwoch mit. „Das Management prüft derzeit, ob die Verlustrückstellungen im Zusammenhang mit diesem Engagement künftig angepasst werden müssen, um die Auswirkung dieser Entwicklung zu reflektieren“, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Eine solche Anpassung könnte „gewichtig“ sein.
FGIC hatte im März eine Klage gegen die IKB auf 1,9 Mrd. Dollar Schadenersatz eingereicht. FGIC wirft der Bank vor, falsch und irreführend über eine ihrer außerbilanziellen Zweckgesellschaften informiert zu haben. FGIC hat dieses Vehikel auf Grund der Informationen gegen einen Verlust von mehreren Milliarden Dollar versichert.
FGIC habe außerdem per 31. Dezember sein Kapital beträchtlich reduziert, teilte der nicht börsennotierte Kreditversicherer weiter mit. Dadurch hätten die versicherten Hypothekenengagements die Risikogrenzen überschritten, die vom Bundesstaat New York per Versicherungsgesetz geregelt sind. Analyst Rob Haines sagte, dass FGIC derzeit gegen das Versicherungsgesetz verstoße. Sollte der Bondversicherer keine Abhilfe leisten, könnte der Staat New York die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen. Haines schätze, dass FGIC rund zwei Milliarden Dollar einnehmen müsse, um das Unternehmen wieder zu stabilisieren.
Anleiheversicherer wie FGIC versichern üblicherweise grundsolide kommunale US-Anleihen. Weil sie aber auch im kriselnden US-Hypothekenmarkt engagiert sind, stehen sie derzeit stark unter Druck. Ihnen drohen Bonitäts-Herabstufungen durch Ratingagenturen. FGIC hat das Top-Rating bereits verloren.

