In der Krise um die Mittelstandsbank IKB
drohen dem Bund neue Belastungen. Die Bundesregierung führt Finanzkreisen zufolge mit der staatseigenen Förderbank KfW Gespräche über eine Übernahme von Milliardenrisiken der schwer angeschlagenen IKB
.
HB BERLIN. So solle ein mögliches Scheitern des Verkaufs verhindert werden. "Allen Beteiligten ist in der Zwischenzeit klar, dass die Risiken bei der IKB
vor einem Verkauf abgeschirmt werden müssen", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Andere sprachen von einem "zentralen Knackpunkt" in den Verhandlungen mit den drei verbliebenen Bietern. Ohne Garantien sei der vom Bund eingeplante Verkaufserlös von 800 Millionen Euro kaum zu erzielen.
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wollte sich zu möglichen weiteren Garantien am Montag in Berlin nicht äußern. Das Finanzministerium sprach von Spekulationen zu Beginn eines Bieterverfahrens. Haushaltspolitiker aller Fraktionen sollten noch am Montag über den Stand der IKB
-Verhandlungen informiert werden. Dabei handele es sich keineswegs um ein Krisengespräch, hieß es im Finanzministerium: "Es gibt keine Krisensitzung."
Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB
hatte sich in großem Umfang mit US-Ramschhypotheken verspekuliert. Bisher mussten KfW, Bund und Banken rund 8,5 Mrd. Euro Risiken abdecken. Die Hauptlast trägt dabei die KfW, die mit rund 45,5 Prozent an der IKB
beteiligt ist. Der Bund hofft auf Verkaufserlöse von 800 Mill. Euro. Auch um diese Summe zu sichern, werden mögliche weitere Garantien ausgelotet.
Hintergrund sind zudem drohende Klagen. Die künftigen IKB
-Eigner könnten daher zusätzliche Sicherheiten erwarten. Die KfW verhandelt derzeit mit drei Investoren. Namen wurden bisher nicht genannt. Zu den Interessenten sollen zuletzt die schwedische Großbank SEB sowie die US-Investoren Lone Star und Ripplewood gehört haben.
Wie aus Finanzkreisen verlautete, soll die Finanzagentur des Bundes bestimmte Geldmarktpapiere in Höhe von 500 Mill. Euro von der IKB
erworben haben. Dies könnte letztlich eine Liquiditätshilfe sein, hieß es in den Kreisen. An anderer Stelle war von "normalen Geschäften" zwischen der IKB
und der Finanzagentur die Rede. Bei der Finanzagentur, die das Schuldenmanagement des Bundes abwickelt, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

