Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB
erhält eine weitere Liquiditätsspritze der staatlichen KfW Bankengruppe. Es geht um einen zehnstelligen Eurobetrag.
HB DÜSSELDORF. Um die Zeit bis zur geplanten Kapitalerhöhung zu überbrücken stelle die KfW eine weitere besicherte Liquiditätslinie von 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung, teilte die IKB
am Dienstag in Düsseldorf mit. Der entsprechende Vertrag sei am Montag unterzeichnet worden. Die Höhe entspricht dem von der IKB
angepeilten Erlös aus der dringend benötigten Kapitalerhöhung. Mit den bisher für August eingeplanten Mittelzuflüssen sei nicht vor September zu rechnen.
Die im März beschlossene Kapitalerhöhung werde durch die Prüfung der EU-Kommission weiter verzögert, hieß es. Mit einer Entscheidung rechne die IKB
im September oder Oktober. Beigelegt worden sind nach IKB
-Angaben dagegen die Klagen von Aktionären, die die Kapitalerhöhung bisher behindert hatten. Die letzten acht Verfahren seien am Montag durch Vergleich beendet worden.
Die EU-Kommission prüft, ob es sich bei der Kapitalerhöhung um eine verdeckte Subvention handele. Grund ist die Zusage der staatlichen KfW, für bis zu 1,25 Mrd. Euro neue IKB
-Aktien zu zeichnen. Der Anteil der KfW an der IKB
könnte dadurch von 45,5 auf rund 90 Prozent steigen. KfW, Bund und Bankenwirtschaft mussten bislang rund 8,5 Mrd. Euro Risiken abdecken, um die IKB
vor der Pleite zu bewahren. Die Hauptlast schulterte die KfW.
Im ersten Geschäftsquartal 2008/2009 (30. Juni) rechnet die IKB
auf Grundlage vorläufiger Berechnungen mit neuen Bewertungsverlusten auf bestimmte Verbindlichkeiten von 500 Mill. Euro. Der vollständige Quartalsbericht werde sich aber voraussichtlich bis in den September hinein verzögern. Ursprünglich war der Bericht für den 13. August geplant. Die IKB
hatte bereits in den vergangenen Quartalen ihre Zwischenberichte immer wieder verschoben.

