Illegale Millionengeschäfte: Insider-Skandal erschüttert Wall Street

Illegale Millionengeschäfte
Insider-Skandal erschüttert Wall Street

Die US-Aufsichtsbehörden haben einen der bedeutendsten Insider-Handelsringe aufgedeckt, die es an der Wall Street je gegeben hat. Darin verwickelt sind Mitarbeiter bekannter Großbanken wie UBS, Morgan Stanley und Bear Stearns. Was bei dem Skandal überrascht, sind gar nicht mal die Millionenprofite.

NEW YORK. Die Staatsanwaltschaft in New York erhob Anklage gegen insgesamt 13 Personen. Zusätzlich leitete die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) Zivilklagen gegen elf der beteiligten Personen und drei Hedge-Fonds ein.

Die Beschuldigten sollen sich durch die Weitergabe von Insider-Informationen illegale Profite von mehr als 15 Mill. Dollar verschafft haben. Bei einem Insider-Handel werden kursrelevante, aber nicht-öffentliche Informationen genutzt, um sich Handelsvorteile an den Finanzmärkten zu verschaffen. Die meisten der Beschuldigten wurden bereits von der Bundespolizei FBI festgenommen. Vier von ihnen haben nach Angaben von US-Staatsanwalt Michael Garcia ein Geständnis abgelegt. "Alle haben das ihnen gegebene Vertrauen missbraucht", sagte Garcia. Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung langjährige Haftstrafen.

Überraschend ist weniger die Höhe der illegalen Profite als vielmehr die kriminelle Energie der Angeklagten - überwiegend Mitarbeiter erster Adressen an der Wall Street. "Alarmierend ist nicht nur, dass die Angeklagten über fünf Jahre Hunderte Tipps für den illegalen (Insider-)Handel genutzt haben, sondern, wer im Zentrum (der Vergehen) steht", sagte SEC-Direktorin Linda Chatman Thomsen in Anspielung auf die prominenten Firmen. Sowohl Morgan Stanley als auch UBS betrachten sich in der Affäre als Opfer und arbeiten mit den Behörden zusammen.

Zu den Drahtziehern der illegalen Geschäfte soll Mitchel Guttenberg gehören. Dem Research-Direktor bei der Schweizer UBS in New York wird vorgeworfen, Insider-Informationen über Bewertungsänderungen von Aktien weitergegeben zu haben. Im Gegenzug habe er einen Anteil der damit erzielten Börsengewinne erhalten, heißt es in der Anklageschrift. Ausgeführt wurden die Transaktionen unter anderem von mehreren Hedge-Fonds.

Randi Collotta, frühere Anwältin der Investmentbank Morgan Stanley, soll Informationen über bevorstehende Akquisitionen an ihren Ehemann gegeben haben - zum Beispiel die Übernahme des Softwareanbieters Macromedia durch Adobe Systems vor zwei Jahren. Das Pikante daran: Collotta arbeitete als Juristin für jene Abteilung, die die Vertraulichkeit der Insider-Informationen innerhalb der Bank sicherstellen sollte. Aber auch vier Mitarbeiter der Bank Bear Stearns sollen die vertraulichen Informationen von UBS und Morgan Stanley genutzt haben, um damit an den Börsen illegale Gewinne einzustreichen.

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