Immobilienbank: Hypo Real Estate streicht jede siebte Stelle

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Hypo Real Estate streicht jede siebte Stelle

Die wegen hoher Abschreibungen in die Kritik geratene Immobilienbank Hypo Real Estate will nach der Übernahme des Staatsfinanzierers Depfa 15 Prozent der Stellen streichen. Seine Ziele für 2008 hat das Dax-Unternehmen trotz der jüngsten Rückschläge bekräftigt.

HB MÜNCHEN. Die fusionierte Gruppe solle künftig nur noch 1 815 Mitarbeiter haben, derzeit sind es 2 126, hieß es in einer Präsentation des Münchner Instituts, die Vorstandschef Georg Funke am Mittwoch in Frankfurt halten wollte. Bis Ende März sollten alle Details geklärt sein.

Ein Sprecher der Bank sagte, der Abbau gehe wie angekündigt in erster Linie auf die Schließung des Handels bei der Depfa Bank zurück. Dieser hatte immer wieder zu stark schwankenden Ergebnissen und teils hohen Verlusten geführt. Die Hypo Real Estate hat die Depfa im Herbst für gut fünf Mrd. Euro übernommen. Der Abbau sei keine Reaktion auf die jüngsten Abschreibungen, betonte der Sprecher.

In der vergangenen Woche hatte die Hypo eingeräumt, hart von der Finanzkrise getroffen zu sein. Sie schrieb 390 Mill. Euro auf ein US-Wertpapierportfolio ab, was zu einem deutlichen Gewinnrückgang 2007 führte. Die Bank hatte zuvor stets betont, von der US-Hypothekenkrise und den Verwerfungen an den Börsen nicht betroffen zu sein. Die Aktie stürzte um 35 Prozent ab, das Management steht seitdem massiv in der Kritik. Klagen gegen den Vorstand werden geprüft.

Den Aktionären wollen die Münchner künftig wieder höhere Dividenden zahlen. Die Kürzung um zwei Drittel auf 50 Cent je Anteilsschein für 2007 sei nur "temporär", hieß es. Der Schritt sei nötig, um die Kapitaldecke zu stärken. Die Ausgabe neuer Aktien sei nicht geplant.

Das Dax-Unternehmen bekräftigte seine Ziele für 2008: Der Vorsteuergewinn der neuen Gruppe soll auf 1,0 bis 1,2 Mrd. Euro klettern. Die Eigenkapitalrendite als wichtigste Kennziffer für die Rentabilität von Banken wird zwischen zehn und zwölf Prozent gesehen, die Kosten sollen um zehn Prozent fallen. Das Marktumfeld unterliege aber starken Schwankungen, was Prognosen schwierig mache. Deshalb sei die Hypo Real Estate vorsichtig. Bis 2010 werde der Nettogewinn auf 1,5 Mrd. Euro steigen.

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