Investmentbank: Erste Erfolge für Nomuras Expansionstrategie

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Erste Erfolge für Nomuras Expansionstrategie

Der japanische Wertpapierspezialist Nomura hat erstmals seit der Übernahme von Teilen der US-Bank Lehman Brothers einen Gewinn im Investmentbanking erzielt. Das Brokerhaus machte nach der Übernahme von Lehman-Teilen 400 Millionen Euro Nettogewinn in den ersten drei Quartalen.
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TOKIO. Im vergangenen Quartal verdiente der japanische Marktführer 16 Mrd. Yen (130 Mio. Euro) in der Sparte. Auch das Konzernergebnis konnte sich wieder sehen lassen - fast 400 Mio. Euro Nettogewinn verkündete das Traditionsunternehmen für die neun Monate von April bis Dezember am Dienstag in Tokio. Das japanische Geschäftsjahr läuft Ende März.

Der Quartalsgewinn der Investmentsparte ist ein erster Erfolg für die viel kritisierte globale Expansionsstrategie von Firmenchef Kenichi Watanabe. Er griff im Herbst 2008 zu, als das Asien- und Europageschäft der US-Investmentbank Lehman Brothers zum Verkauf stand. Der Preis war niedrig, doch es folgten hohe Belastungen. Um die leistungsfähigeren Banker zu halten, musste Nomura üppige Gehälter und Boni bieten - was in Japan in dieser Dimension völlig unüblich ist. Das führte zu internen Spannungen zwischen den alten und neuen Mitarbeitern. Auch die Firmenkulturen passten nicht zusammen. Mehrere der übernommenen Lehman-Banker beklagten sich über die Behandlung durch ihre neuen japanischen Chefs, die sie Kaffee kochen ließen und detaillierte Kleidervorschriften vorgaben - was in japanischen Unternehmen aber nicht unüblich ist.

Führungsposition in Asien

Die japanische Öffentlichkeit und die traditionelleren Teile des Unternehmens kritisierten den Zukauf daher. Hatte Nomura nicht jahrzehntelang ein gutes Geschäft mit Fonds und Versicherungen für japanischen Privatkunden gemacht? Doch Firmenchef Watanabe rechnet damit, dass im alternden und schrumpfenden Japan in absehbarer Zeit nicht mehr viel zu holen sein wird, zumal die Konkurrenz stärker wird. Die Allianz beispielsweise weitet ihr Geschäft in Japan derzeit aus. Zusammen mit den Lehman-Mitarbeitern hat Nomura dagegen im Investmentbanking eine Führungsposition auf dem Wachstumskontinent Asien erreicht und verfügt erstmals auch über ein nennenswertes Standbein in Europa.

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