Investmentbank: Leise, aber sicher zum Ziel

Investmentbank
Leise, aber sicher zum Ziel

Binnen zwei Jahrzehnten hat Siegfried Drueker aus dem Nichts eine gute Adresse im Investmentbanking etabliert. Seit September gehört sein Haus zur italienischen Banca Leonardo; seit vergangener Woche heißt Drueker Leonardo. Doch an der Philosophie der Investmentbank ändert sich nichts - Drueker steht für Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Kontinuität.

FRANKFURT. Siegfried Drueker spricht leise. Sehr leise. Manchmal sogar so leise, dass man ihn kaum versteht. Dabei ist der 55-Jährige als Investmentbanker in einer Branche tätig, deren Akteure häufig durch ein laut zur Schau getragenes und mitunter übersteigertes Selbstbewusstsein glänzen. Der große schlanke Mann aus dem Westfälischen ist da anders. Auch wenn er binnen weniger als zwei Jahrzehnten aus dem Nichts heraus eine kleine, aber feine Adresse im Investmentbanking etabliert hat. Wer unabhängige Beratung sucht, geht heute zu Rothschild, Sal. Oppenheim, Close Brothers - oder zu Drueker. Seit September gehört sein Haus zur italienischen Banca Leonardo. Doch an den Werten, für die Drueker steht - Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Kontinuität - soll sich auch unter dem neuen Namen nichts ändern.

Gestartet hat Drueker seine Karriere nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen 1978 bei JP Morgan. Sein Weg führt ihn nach New York, wo er zum Konkurrenten Morgan Stanley wechselt. Später leitet er für die US-Bank das Mergers-and-Akquisitions-Geschäft (M&A) am Standort Frankfurt. Doch was Drueker da Ende der 80er Jahre sieht, entspricht nicht seinen Vorstellungen von der Rolle eines seriösen Bankers. Interessenkonflikte sind die Regel, etwa wegen gleichzeitiger Engagements in Beratung und Finanzierung. Oder der Wechsel von einem Mandat zum nächsten - egal, ob von einem Tag auf den anderen gegen den bisherigen der Kunden gearbeitet wird. "Drueker hat sehr früh erkannt, welche Chancen in einer unabhängigen Beratung liegen", sagt ein Frankfurter Konkurrent. Drueker selbst spielt seine damalige Entscheidung lieber herunter. Und spricht mit Blick auf den 1989 erfolgten Gang in die Selbstständigkeit lieber von glücklichen Umständen und Unbefangenheit: "Jung sein hat auch Vorteile, man ist sich mancher Risiken einfach nicht bewusst ist", sagt Drueker bodenständig.

Unbestritten ist, dass er den Respekt der Mitbewerber genießt. Drueker sei eher in Nischen tätig, habe dort aber durchaus einen Namen, heißt es. Im Immobiliengeschäft kann sich die Bank sogar als Marktführer fühlen, der mittlerweile die Beratung bei Objektverkäufen im Volumen von über fünf Mrd. Euro betreut hat. Momentan sucht das Team einen Käufer für das Berliner Sony Center. Doch auch bei Neuaufstellung der Eigentümerstruktur der Financial Times Deutschland zieht Drueker beispielsweise die Fäden.

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