Investmentbank: Wie US-Senatoren Goldman-Chef Blankfein grillen

Investmentbank
Wie US-Senatoren Goldman-Chef Blankfein grillen

Es war kein leichter Gang für Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, denn die US-Investmentbank steht für ihr Verhalten in der Finanzkrise am Pranger. Vor einem Untersuchungsausschuss hat er sich gegen den Vorwurf verteidigt, seine Bank habe die Krise befeuert und obendrein Kunden betrogen. Unter den Geschädigten ist auch die deutsche Mittelstandsbank IKB.

HB WASHINGTON. Senatoren nahmen am Dienstag mehr als zehn Stunden lang den Führungszirkel des Wall-Street-Hauses in die Mangel. Als Letzter musste sich Bankchef Lloyd Blankfein vor dem Ausschuss verantworten, der Licht ins Dunkel der Finanzkrise bringen soll.

"Die Kunden haben verloren, Goldman hat gewonnen", polterte der Ausschussvorsitzende Carl Levin. "Vieles, was sie ihren Kunden verkauft haben, nannten sie selbst Mist." Er bezog sich dabei auf interne E-Mails von Goldman-Bankern. Die US-Börsenaufsicht SEC wirft dem Institut sogar Betrug von Anlegern vor. Sie reichte vor zwei Wochen Klage ein.

Bankchef Blankfein widersprach vehement und betonte: "Das Vertrauen unserer Kunden ist nicht nur wichtig für uns, es ist essenziell für uns." Er wies den Vorwurf zurück, Goldman Sachs habe sich auf Kosten von Anlegern bereichert. "Wir haben sicherlich nicht gegen unsere Kunden gewettet." Die Bank habe genauso Geld am Immobilienmarkt verloren wie alle anderen.

Er widersprach damit dem Ausschussvorsitzenden Levin, der es als erwiesen ansieht, dass Goldman Sachs 2007 auf fallende Häusermärkte setzte, während die Bank ihren Kunden weiterhin Hypothekenpapiere verkaufte. Senator John McCain aus Arizona schlug in die gleiche Kerbe: "Es ist keine Frage, Goldman Sachs hat unmoralisch gehandelt." Beim Platzen der Immobilienblase wurden die Anlagen über Nacht praktisch wertlos.

Blankfein blinzelte während seiner rund zweistündigen Anhörung oft als sei er erstaunt über die Fragen der Senatoren. Die Bank habe nicht die Verpflichtung, ihren Kunden zu sagen, mit was sie handeln sollen oder wie sie ihr Geld investieren. Er habe kein Problem damit, dass ein Haus wie Goldman Sachs, Positionen bezieht, die im Widerspruch zu denen seiner Kunden stünden. Der mehrfach wiederholten Frage, ob es moralisch richtig war, Wertpapiere zu verkaufen, obwohl man gleichzeitig dagegen wettete, wich er aus.

Seite 1:

Wie US-Senatoren Goldman-Chef Blankfein grillen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%