Italienische Traditionsbank: Monte-Paschi-Chef weist Schmiergeldvorwürfe zurück

Italienische Traditionsbank
Monte-Paschi-Chef weist Schmiergeldvorwürfe zurück

Wegen des hohen Preises bei der Übernahme einer Regionalbank kam der Verdacht der Bestechung auf. Der Chef des italienischen Traditionshauses wies die Anschuldigungen zurück. Es gebe keinen Beleg dafür.

MailandIn der Affäre um die Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) hat der Chef des italienischen Traditionshauses Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Er habe keinen Beleg dafür, dass beim Kauf der Regionalbank Antonveneta 2007 Schmiergeld im Spiel gewesen sei, sagte Bank-Chef Fabrizio Viola am Montag. Die BMPS hatte das Institut für neun Milliarden Euro von der spanischen Santander Bank gekauft. Diese hatte Antonveneta erst kurz zuvor für deutlich weniger Geld erworben. Wegen des großen Preisunterschieds und des Verdachts auf Bestechung ermittle die Justiz, berichteten italienische Medien.

Italiens drittgrößtes Geldhaus hatte eingeräumt, durch Derivate- und andere Handelsgeschäfte Verluste von etwa 720 Millionen Euro angehäuft zu haben. Die riskanten Geschäfte wurden vor einigen Jahren getätigt. Zum Teil hatte in diesen Zeiten auch der heutige EZB-Präsident Mario Draghi das Sagen bei Italiens Notenbank, die wegen der Affäre nun unter Druck geraten ist. Nach Ansicht der EU-Kommission liegt der Ball im Feld der Zentralbank. „Es ist Aufgabe der italienischen Behörden, die Situation zu bewerten und zu verstehen, was passiert ist“, sagte ein Sprecher von Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Montag.

Die Notenbank hatte am Wochenende dem Antrag von Monte Paschi auf Staatshilfe in Höhe von 3,9 Milliarden Euro zugestimmt. BMPS-Chef Viola betonte, sein Institut benötige darüber hinaus keine weiteren Finanzhilfen des Staates.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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