Die krisengeschüttelte UBS
dürfte wieder schwarze Zahlen schreiben. 416 Millionen Franken hat die Großbank nach Schätzung von Analysten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009 verdient. Die Credit Suisse
muss nach dem Datenklau hingegen ihre Kunden bei der Stange halten.
Jahresbericht: Schweizer Großbanken polieren Bilanzen auf
UBS-Konzernchef Oswald Grübel wird diese Woche vermutlich einen Quartalsgewinn präsentieren Quelle: ap
ZÜRICH. Nicht über Schwarzgeld, sondern über gute Zahlen wollen die beiden Schweizer Großbanken UBS
und Credit Suisse
(CS) diese Woche reden, wenn sie ihre Jahresbilanzen vorlegen. Obwohl die CS dank guter Marktbedingungen vermutlich einen Gewinn von rund sieben Mrd. Franken präsentieren wird, muss sich die Bank angesichts der jüngsten Steueraffäre auf einen öffentlichen Aufschrei gefasst machen. Hohe Profite und Anschuldigungen, die CS habe deutschen Steuersündern Fluchthilfe geleistet, sind keine populäre Mischung.
Die immer noch angeschlagene UBS
ist hingegen in der ungewohnten Rolle, einmal nicht im Mittelpunkt eines Skandals zu stehen. Konzernchef Oswald Grübel wird außerdem wohl den ersten Quartalsgewinn seit mehr als einem Jahr präsentieren. Analysten rechnen mit bis zu 416 Mio. Franken. Zu großer Freude besteht dennoch kein Anlass. Zum einen dürfte der Jahresverlust für 2009 immer noch bei knapp vier Mrd. Franken liegen. Zum anderen hat die UBS
mit dem weiter schwelenden Steuerstreit in den USA genug eigene Probleme am Hals.
Außerdem darf man gespannt darauf sein, wie viel Vermögen die rund 400 Vermögensberater "mitgenommen" haben, die im vergangenen Jahr die UBS
verlassen haben. Allein im Schlussquartal 2009 sollen Kunden nach Schätzungen des Brokerhauses Helvea noch einmal netto rund 13 Mrd. Franken abgezogen haben. Die Credit Suisse
muss hingegen damit rechnen, dass verunsicherte Kunden nach dem Datenklau ihre Gelder abziehen.
Ungleiche Startbedingungen für 2010 gibt es im Investment-Banking. Während Credit Suisse
alles daransetzen wird, ihre Führungsposition weiter auszubauen, muss die krisengeschüttelte UBS
erst den Anschluss an die davoneilende Konkurrenz finden. "Wir müssen die Ertragskraft unserer Investmentbank deutlich steigern", schrieb UBS
-Konzernchef Oswald Grübel kürzlich seinem neu formierten Managementteam ins Stammbuch. Insbesondere der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren (Fixed Income) ist immer noch eine Baustelle, nachdem sich die einstige Bankenikone aus riskanten Marktsegmenten zurückgezogen hat.
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