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08.08.2008 
Finanzkrise lässt Gewinne einbrechen

Jetzt verlieren die Versicherer Milliarden

von Thomas Schmitt

Die Finanzkrise ist im ersten Halbjahr voll in der Versicherungswirtschaft angekommen. Wichtige, börsennotierte Gesellschaften wie Allianz und Axa meldeten am Donnerstag Gewinneinbrüche von rund 30 Prozent für das erste Halbjahr. Gleichzeitig müssen die meisten ihre Ergebniserwartungen für 2008 zurückschrauben.

Allianz-Logo an der Frankfurter Niederlassung des Versicherers. Die gesamte Branche wird jetzt von der Finanzkrise getroffen. Foto: dpaLupe

Allianz-Logo an der Frankfurter Niederlassung des Versicherers. Die gesamte Branche wird jetzt von der Finanzkrise getroffen. Foto: dpa

FRANKFURT. Der Hauptgrund sind gewaltige Abschreibungen auf den jeweiligen Aktienbestand. Dadurch leidet das Ergebnis in der Kapitalanlage.

Einzelne Versicherer wie AIG leiden zudem unverändert direkt unter der Hypothekenkrise in Amerika. Der amerikanische Marktführer musste zum dritten Mal in Folge Milliardenabschreibungen vornehmen und setzte seine beispiellose Verlustserie in den Quartalsergebnissen fort. Dieses Mal betrug das Minus 5,4 Mrd. Dollar. Das Ergebnis sei von den schlechten Bedingungen an den Haus- und Kreditmärkten sowie vom schwierigen Investmentumfeld belastet worden, sagte Vorstandschef Robert Willumstad.

Die Mehrheit der Branche in Deutschland kann da zwar ganz gelassen sein, weil branchenweit die direkten Engagements in Problemanlagen sehr gering sind. Stärker ist nur die Allianz betroffen: In den vergangenen zwölf Monaten seien bis Ende Juli Belastungen von knapp drei Mrd. Euro aus der Finanzkrise verbucht worden, sagte Finanzvorstand Helmut Perlet.

Alle Versicherer in Deutschland trifft jedoch die zunehmende Zurückhaltung der Verbraucher. Die Menschen sind verunsichert, weil die Aktienkurse fallen, die Inflationsraten steigen und die wirtschaftlichen Aussichten in Amerika und Europa schlechter werden. Die Branche spürt diese Trends inzwischen in allen Geschäftsbereichen. Deshalb geht der international bestens vernetzte Rückversicherer Swiss Re von zwei harten Jahren für alle Versicherer aus. Auch der deutsche Branchenverband GDV ist überraschend pessimistisch: "Aus der Vorab-Projektion für die Hauptsparten ergibt sich rechnerisch für die Versicherungswirtschaft insgesamt nach einem prognostizierten Beitragsplus von 1,5 Prozent in 2008 für 2009 ein Beitragswachstum im Bereich von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent." Das heißt: Das Geschäft stagniert bestenfalls.

Tatsächlich sieht es heute bereits in wichtigen Teilbereichen viel schlechter aus. So läuft der Absatz von Lebensversicherungsprodukten teilweise sehr schleppend. Das ist vor allem an den verkauften Stückzahlen im ersten Halbjahr ablesbar, die im Massengeschäft rückläufig sind. Das Prämienvolumen steigt dagegen noch, vor allem weil sich viele Inhaber von Riester-Policen an der gesetzlich ermöglichten Erhöhung Anfang 2008 beteiligten.

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