Mit harschen Worten hat KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier ihren Rückzug bei der staatlichen Förderbank angetreten. In ihrer schriftlichen Rücktrittsbegründung teilt sie noch einmal kräftig aus – und kritisiert unter anderem das „Hin und Her zwischen zwei Ministerien“. Finanzminister Peer Steinbrück denkt unterdessen laut über die Nachfolge nach.
bas/rob/hgn HB FRANKFURT. „Ich habe nicht länger die Absicht, den Kopf für Fehler hinzuhalten, die andere gemacht haben“, sagte sie dem Verwaltungsrat bei seiner Sitzung in Berlin. Die langjährige SPD-Politikerin übte zugleich Kritik an Wirtschafts- und Finanzministerien, am „parteipolitischen Trommelfeuer“ und Institutionen der Kreditwirtschaft. Diese würden den Vorstand der KfW beschädigen und wollten nur von ihrer Mitverantwortung ablenken.
Die Mitglieder des Verwaltungsrats seien nun von der Entscheidung der Managerin überrascht worden, hieß es in Berlin. Bis über eine Nachfolge entschieden ist, wird das langjährige KfW-Vorstandsmitglied Wolfgang Kroh das Sprecheramt kommissarisch übernehmen. „Es entsteht kein Führungsdefizit“, sagte Glos. Nach den Worten Steinbrücks dankte der Verwaltungsrat Matthäus-Maier für ihr Engagement bis an die Grenze der Gesundheit. Dies sollte nicht verdrängt werden.
Die umstrittenen Geschäfte der IKB mit zweitklassigen US- Immobilienkrediten waren bereits vor der Amtszeit von Matthäus-Maier begonnen worden. Die IKB musste nach Fehlspekulationen am US- Hypothekenmarkt mit Milliardenhilfen des Staates und der Kreditwirtschaft vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Die bisher drei Rettungspakte haben ein Gesamtvolumen von rund 8,5 Mrd. Euro. Mit rund sechs Mrd. trägt den Großteil davon die KfW.
Der von der KfW angestrebte zügige Verkauf der IKB verzögerte sich zuletzt. Angesichts der Börsenturbulenzen ließen sich die riskanten Wertpapiere der Bank kaum zu attraktiven Preisen verkaufen, hieß es in Bankenkreisen. Angepeilt wird nun statt Sommer ein Verkauf bis Jahresende. Steinbrück will damit 700 bis 800 Mill. Euro einnehmen.
Die Privatbanken ließen am Montag erkennen, dass sie über die bisherige knapp eine Milliarde Euro hinaus keine weiteren Stützungen der IKB mitmachen wollen. Verbands-Präsident Klaus-Peter Müller sagte, „nach menschlichem Ermessen“ sei die jüngste Aktion auch die letzte gewesen. Müller betonte, es sei richtig gewesen, die IKB zu retten. Dadurch sei Schaden vom Finanzplatz Deutschland abgewendet worden.
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