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08.04.2008 

Als Ingrid Matthäus-Maier im Oktober 2006 ihren Posten als KfW-Chefin antrat, hatte sie sich etwas gänzlich anderes vorgestellt. Damals stand das Institut noch für Mittelstandsförderung, Programme zum Klimaschutz und Mikrofinanzierung. Heute gilt die KfW als jene Bank, die mit Milliarden an Staatsgeldern den Zusammenbruch einer aus dem Ruder gelaufenen Mittelstandsbank verhindern musste. Und dabei als Hauptaktionärin fast selbst in die Krise geriet.

Eine Aufgabe, der Matthäus-Maier nach Einschätzung vieler nicht gewachsen war. Zögerlich sei sie vorgegangen, lästerten zuletzt Frankfurter Banker. Noch im September gab sie sich selbst mit Blick auf die Krise gelassen: „Das kann die KfW verkraften.“ Anhänger der 62-Jährigen weisen indes darauf hin, dass sie nun für Fehler die Konsequenzen zieht, die in der Amtszeit ihres Vorgängers Hans Reich ihren Lauf nahmen.

Doch schon ihr Start war heftig umstritten. Eigentlich hatte Reich seinen Vertrag verlängern und so Matthäus-Maier verhindern wollen. Diese ließ ihre exzellenten Beziehungen zur SPD spielen – und setzte sich schließlich durch.

Sicher ist, dass die KfW keine normale Bank ist. Sie gehört zu 80 Prozent dem Bund, zu 20 Prozent den Ländern. Ihr Verwaltungsrat mit stolzen 37 Mitgliedern wird von Ministern und Bundestagsabgeordneten dominiert. Die Nachteile hiervon bekam auch Matthäus-Maier zu spüren: Viele Informationen sickerten an die Öffentlichkeit, bevor sie überhaupt beschlossen waren.

Große Erfahrung als Bankerin konnte Matthäus-Maier nie vorweisen. Schon während ihres Jurastudiums war sie in der FDP aktiv. Nach kurzer Tätigkeit als Richterin wechselte sie 1976 ganz in die Politik. Mit nur 33 Jahren übernahm sie den Vorsitz im Finanzausschuss des Bundestags. 1982 wechselte sie zur SPD, sechs Jahre später wurde die Vollblutpolitikerin eine der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion und finanzpolitische Sprecherin. Im Sommer 1999 kehrte sie der Politik schließlich den Rücken und wechselte zur KfW.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Steinbrück fordert Profi als Nachfolger

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