Die britischen Hypothekenbanken stecken in der Krise. Dennoch gibt es Übernahmeinteressenten für die Institute. Am Donnerstag teilte der kleine Baufinanzierer Paragon mit, dass er mindestens ein Kaufangebot erhalten habe. Nach Informationen aus Finanzkreisen verhandelt derzeit die Beteiligungsgesellschaft Blackstone mit Paragon über eine Übernahme.
LONDON. Die Aktie von Paragon reagierte auf die Nachricht mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent. Allerdings hat der Baufinanzierer in den vergangenen zwölf Monaten 85 Prozent seines Börsenwertes verloren. Paragon zählt zu den Opfern der Kreditkrise. Die Bank, die sich auf Kredite für Vermieter konzentriert, leidet vor allem unter den deutlich gestiegenen Refinanzierungskosten.
„Offenbar glaubt Blackstone an ein Ende der Kreditkrise, anders lässt sich das Interesse an Paragon kaum verstehen“, meint ein Londoner Investmentbanker, der sich angesichts der Flut schlechter Nachrichten aus dem Hypothekensektor von dem Vorstoß der US- Beteiligungsgesellschaft überrascht zeigt. Die britischen Baufinanzierer leiden vor allem unter der Krise am heimischen Immobilienmarkt. Mittlerweile fallen die Hauspreise auf der Insel schneller als während der bislang letzten Rezession Anfang der neunziger Jahre.
Mitte Juli hatte sich der Finanzinvestor TPG überraschend von einem fest vereinbarten Engagement beim Paragon-Konkurrenten Bradford & Bingley zurückgezogen. Grund war eine Herabstufung der Bonitätsnote durch die Ragingagentur Moody’s. Anfang der Woche war die vier Mrd. Pfund schwere Kapitalerhöhung der größten britischen Hypothekenbank HBOS gescheitert. Nicht einmal jeder zehnte Aktionär wollte die neuen HBOS–Anteile zeichnen.

