Berliner Politiker reagierten unterschiedlich auf Matthäus-Maiers Rücktritt. SPD und Grüne stellten sich hinter die Bankerin. „Sie musste den Kopf für Fehler hinhalten, die sie selbst nicht zu verantworten hatte“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christine Scheel, die Mitglied im KfW-Verwaltungsrat ist. Matthäus-Maier hatte nicht im Aufsichtsrat der IKB gesessen.
CDU-Politiker Michael Fuchs, der als erster Vertreter der Regierungsparteien den Rücktritt der KfW-Chefin gefordert hatte, zeigte sich hingegen zufrieden. Der künftige Vorstandssprecher der staatseigenen Bank dürfe nicht wie im Fall Matthäus-Maier politisch motiviert an die Spitze gesetzt werden. Er müsse langjährige Bankerfahrung vorweisen, sagte Fuchs dem Handelsblatt. Steinbrück sagte nach Angaben vom Montagabend am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt: „Es wird ein Profi sein müssen, wo der Sachverstand eine Rolle spielt und nicht die Politik.“ Ein geordnetes Verfahren zur Suche des Nachfolgers werde so schnell wie möglich beginnen.
Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen hat sich KfW-Chefin Matthäus-Maier offenbar bei einer Telefonschaltung des Präsidialausschusses vor knapp zwei Wochen mit den beiden KfW-Verwaltungsratsvorsitzenden, Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), überworfen. Matthäus-Maier hatte sich geweigert, für weitere Risiken der IKB einzustehen. Erst kurzfristig informierte sie Glos und Steinbrück am Montag über ihren Schritt.
Auch nach dem Rücktritt der KfW-Chefin ist die Frage nach der Verantwortung nur teilweise beantwortet. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP), zeigt sich mit der Entscheidung von Matthäus-Maier, dass das ganze Konstrukt KfW/IKB „voll vor die Wand“ gefahren sei. Fricke warnte davor, Matthäus-Maier nun zur Alleinschuldigen zu machen. Die politische Verantwortung liege bei der Regierung.
In der Finanzszene traf der Rücktritt der KfW-Chefin auf Verständnis. Persönlich könne man ihr die vor ihrem Amtsantritt angelegte IKB-Krise nicht anhängen, sagte der Nürnberger Bankenprofessor Wolfgang Gerke.

