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12.02.2008 
IKB-Krise

KfW-Chefin steht auf der Kippe

von Sven Afhüppe und Nicole Bastian

Die Krise der Mittelstandsbank IKB gefährdet nun auch die Vorstandschefin der KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier. Unmittelbar vor der heutigen Verwaltungsratssitzung, auf der über die Zukunft der IKB entschieden wird, fordern mehrere Unions-Politiker ihren Rücktritt.

 Ingrid Matthäus-Maier, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, steht in der Kritik. Foto: dpaLupe

Ingrid Matthäus-Maier, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, steht in der Kritik. Foto: dpa

BERLIN/FRANKFURT. „Frau Matthäus-Maier muss die Verantwortung für das mangelhafte Krisenmanagement übernehmen und sollte sich zurückziehen“, sagte Michael Fuchs, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand, dem Handelsblatt. Die staatseigene KfW ist mit einem Anteil von fast 38 Prozent größter IKB-Aktionär.

Fuchs kritisierte, es sei inakzeptabel, dass die Risiken bei der IKB auch nach mehr als einem halben Jahr noch nicht bekannt seien. Auch CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verlangte, die Führungsspitze „gnadenlos zur Verantwortung“ zu ziehen. Die IKB war die erste Bank in Deutschland, die wegen der Krise auf dem US-Immobilienmarkt in schwere Turbulenzen geriet.

Die Regierungsparteien haben allerdings noch keine Entscheidung getroffen, ob die Finanzkrise der Düsseldorfer Mittelstandsbank auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen soll. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), aber auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sind massiv verärgert über die Informationspolitik der KfW. SPD-Fraktionschef Peter Struck wies die Rücktrittsforderungen aus der Union allerdings zurück: „Das ist Blödsinn“, sagte Struck. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel noch keine Entscheidung über die Zukunft der KfW-Chefin getroffen.

Matthäus-Maier, Finanzexpertin und langjährige stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, ist seit Oktober 2006 KfW-Chefin. Dem Vorstand der Staatsbank gehört sie seit 1999 an. Der Aufstieg der Sozialdemokratin an die Spitze der KfW war innerhalb der Union nicht unumstritten.

Am Dienstag verhandelte die Bundesregierung, die KfW und der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit Hochdruck über ein weiteres Rettungspaket für die angeschlagene Mittelstandsbank. Bis in den späten Abend suchten Glos, Steinbrück, BdB-Präsident Klaus-Peter Müller und Matthäus-Maier im Wirtschaftsministerium nach einer Lösung für den zusätzlichen Finanzbedarf der IKB. Ein Ergebnis lag jedoch noch nicht vor. Durch weitere Abschreibungen auf ihre Wertpapiere fehlen der Düsseldorfer Bank kurzfristig 500 Mill. Euro Kapital. Insgesamt benötigt das Institut bis zu zwei Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Risiken sollen noch höher liegen

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