Die bundeseigene Förderbank KfW will in diesem Jahr mehr Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen als bisher geplant. Das Refinanzierungsvolumen des Instituts ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.
HB LONDON. Das Institut stellte am Mittwoch ein Refinanzierungsvolumen von 75 Mrd. Euro in Aussicht. Bisher war die KfW von fünf Mrd. Euro weniger ausgegangen. Grund für die Anhebung ist das gesunkene Zinsniveau in den USA, das die KfW dazu veranlasst, verstärkt US-Anleihen vorzeitig zurückzuzahlen. Für diese Papiere sind Anschlussrefinanzierungen notwendig, was den Kapitalbedarf der Förderbank erhöht.
Ihr Refinanzierungsvolumen ist in diesem Jahr damit fast 15 Mrd. Euro höher als 2007. Unter anderem hängt das mit der Krise der Mittelstandsbank IKB
zusammen, die sich am US-Hypothekenmarkt verzockt hatte und nur mit einer Geldspritze von 8,5 Mrd. Euro vor der Pleite gerettet werden konnte. Die KfW trägt davon als Hauptaktionärin den weitaus größten Teil.
In den ersten sechs Monaten des Jahres sammelte die KfW bereits 46,9 Mrd. Euro am Kapitalmarkt ein. Insgesamt gab es mehr als 200 Einzeltransaktionen in 22 verschiedenen Währungen. In der zweiten Jahreshälfte setze die KfW vor allem auf Emissionen in Euro und Dollar. Zudem werde sie Investoren Wertpapiere in Pfund Sterling, Yen sowie in Nischenwährungen anbieten.
Die KfW gehört zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern. Anleihen des Instituts werden von der Bundesrepublik Deutschland garantiert und gelten deshalb als besonders sicher. Von den drei großen Ratingagenturen hat die Förderbank die beste Bonitätsbewertung bekommen.

