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11.09.2007 
Zugeständnisse

KKR geht für Megadeal ans Eingemachte

von Torsten Riecke, Michael Maisch und Andreas Rinke

Das Ringen zwischen Banken und Private-Equity-Fonds um die noch offenen Übernahmefinanzierungen geht in die entscheidende Runde. Um einen Megadeal zu retten, ist der Finanzinvestor KKR erstmals zu einem ganz besonderen Zugeständnis bereit – und setzt damit innerhalb der Branche ein wegweisendes Zeichen.

Im Zuge der Kreditkrise geht der Finanzinvestor KKR auf scheue Investoren zu.

Im Zuge der Kreditkrise geht der Finanzinvestor KKR auf scheue Investoren zu.

NEW YORK/LONDON/BERLIN. Nach einem Bericht des „Wall Street Journals “(WSJ) hat der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) erstmals seine Bereitschaft signalisiert, Abstriche bei der Finanzierung eines Megadeals hinzunehmen. Demnach ist KKR bereit, zum Kauf des IT-Dienstleisters First Data den finanzierenden Banken um Credit Suisse größere Sicherheiten („covenants“) einzuräumen. Der Verkauf der Kreditpakete soll noch in dieser Woche beginnen.

Die Verhandlungen über die 24 Mrd. Dollar schwere Finanzierung für First Data hat wegweisende Bedeutung für zahlreiche andere Kreditpakete, die im Herbst an den Markt kommen. Insgesamt haben die Banken Kreditzusagen im Wert von mehr als 300 Mrd. Dollar gegeben, die sie ursprünglich verbriefen und an Investoren weiterreichen wollten. Die durch die Subprime-Krise ausgelöste Risikoscheu der Investoren hat jedoch auf den Finanzmärkten zu einer Liquiditätskrise geführt, so dass die Finanzierungen nur mit höheren Risikoprämien und zusätzlichen Sicherheiten platziert werden können.


Bildergalerie Bild für Bild: Wie es zur Subprime-Krise kam


First Data hat deshalb eine besondere Bedeutung, weil die Transaktion ein Paradebeispiel für die Exzesse des vergangenen Buy-out-Booms darstellt. Nicht nur war der Kreditanteil der insgesamt 26,4 Mrd. Dollar schweren Transaktion außerordentlich hoch. Der Deal wurde auch besonders aggressiv finanziert. So verzichteten die Banken im Hochgefühl des Booms auf Kreditsicherheiten und ließen sich darauf ein, bei Zahlungsrückständen neue Schuldtitel zu akzeptieren.

Nach dem WSJ-Bericht ist KKR nun bereit, den Banken eine relative Obergrenze für die Verschuldung zu garantieren. Auf diese Weise hat das Bankenkonsortium einen Hebel, um seine Kreditzusagen an den Geschäftserfolg von First Data zu binden. KKR besteht aber weiter auf wesentlichen Teilen der vereinbarten Konditionen.

Investmentbanker an der Wall Street rechnen damit, dass die Banken um Credit Suisse einen Großteil des Kreditpakets für First Data nur noch mit einem Abschlag von bis zu fünf Prozent verkaufen können. Sie müssen entweder schlechtere Konditionen akzeptieren oder aber die Kredite in die eigenen Bücher nehmen. Selbst dann wäre eine Wertberichtigung angesichts der gesunkenen Marktpreise fällig.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wenn die Bonität einer Investmentbank unter das Niveau von Kolumbien fällt

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