Auf dem Direktweg: Die Grundidee von Kreditplattformen im Internet ist einfach: Warum soll Herr A sein Geld bei einer Bank anlegen, die dann Frau B das Geld für einen weitaus höheren Zinssatz verleiht? Wenn Herr A das Geld direkt an Frau B verleihen würde, könnte er eine höhere Rendite und Frau B einen niedrigeren Zinssatz bekommen. Soziale Kreditvergabe, social lending, heißt dieses Prinzip im angelsächsischen Raum, wo die Idee der Kreditmarktplätze entstanden ist.
Erfolgreiche Vorreiter: In den USA und Großbritannien sind Kreditplattformen von privat zu privat vor zwei Jahren mit großer Resonanz gestartet. Prosper aus den Vereinigten Staaten bringt es auf immerhin 180 000 Nutzer, die sich bereits 36 Millionen Dollar geliehen haben. Bei Prosper werden Kredite zwischen 50 und 25 000 Dollar vergeben. Bei dem im Frühjahr 2005 gestarteten britischen Unternehmen Zopa sind inzwischen 135 000 Briten registriert. Ähnliche Angebote gibt es inzwischen auch in Dänemark und den Niederlanden.
Die Risiken: Die jetzt in Deutschland gestarteten Angebote bieten ganz unterschiedliche Sicherungsmechanismen. Die Plattformbetreiber sind jedoch in der Regel reine Vermittler. Gibt es später Probleme mit dem Kreditpartner, haften sie nicht. Deshalb sind Verbraucherschützer skeptisch. Auskünfte über die Bonität des Kreditsuchenden können Orientierung bieten; Sicherheiten sollten für den Fall vereinbart werden, dass der Schuldner nicht mehr zurückzahlen kann.

