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20.10.2005 
Bank of America schneidet am schlechtesten ab

Kreditgeschäft bremst US-Banken

von Michael Maisch

In der US-Bankenlandschaft hat sich im dritten Quartal die Spreu vom Weizen getrennt. „Die Institute mit einem starken Investment-Banking sind in diesem Quartal eindeutig im Vorteil gegenüber Banken, die auf das Verbraucher und Kreditgeschäft angewiesen sind“, sagt Analyst Brad Hintz von Sanford C. Bernstein.

US-Großbanken im 3. Quartal: Klicken Sie für die Großansicht auf die Lupe. Grafik: HandelsblattLupe

US-Großbanken im 3. Quartal: Klicken Sie für die Großansicht auf die Lupe. Grafik: Handelsblatt

NEW YORK. Gestern legten als letzte der Top-Fünf-Banken der Wall Street JP Morgan Chase und Bank of America ihre Ergebnisse vor. JP Morgan konnte als Haus mit traditionell starkem Investment-Banking den Gewinn um 78 Prozent auf 2,52 Mrd. Dollar steigern. Dagegen litt das Ergebnis der Bank of America unter ihrer Abhängigkeit vom Geschäft mit Privatkunden und kleinen Firmen. Die zweitgrößte US-Bank steigerte den Gewinn um zehn Prozent auf 4,13 Mrd. Dollar und legte damit das schwächste Wachstum der „Großen Fünf“ vor.

Aber selbst JP Morgan und die Citigroup, bei der der Gewinn um immerhin 35 Prozent auf einen neuen Rekord stieg, liegen derzeit nicht in der Gunst der Anleger. Alle fünf mussten im Jahresverlauf Kursverluste hinnehmen. „Das Geschäftsmodell der Großbanken ist im Moment einfach aus der Mode“, sagt Analyst Hintz.

Tatsächlich kämpfen die Banken mit Problemen, vor allem im Kreditkarten- und Verbrauchergeschäft. Neben der Furcht vor der Abkühlung des Konsums macht die Umstellung auf das neue US-Insolvenzrecht das bislang hochprofitable Geschäft mit den US-Konsumenten schwieriger. Dazu kommen die elf Zinserhöhungen der US-Notenbank, die die Renditekurve in den USA flacher gemacht haben, was die Margen der Banken drückt. Dagegen können sich die Geldhäuser im Investment-Banking über einen Boom freuen. Die jüngste Fusionswelle und der noch immer starke Wertpapierhandel treibt die Gewinne.

Pro Aktie hatte JP Morgan im dritten Quartal 71 Cent verdient und damit die Schätzungen der Analysten, die mit einem Plus von 72 Cent gerechnet hatten, leicht verfehlt. In diesem Quartal trug vor allem das Investment-Banking zum Anstieg des Ergebnisses bei. Hier kletterten die Einnahmen um 65 Prozent auf 4,46 Mrd. Dollar. Im Handel verdreifachten sich die Einnahmen sogar auf 2,43 Mrd. Dollar. Dagegen fielen die Einnahmen aus dem Privatkundengeschäft um sechs Prozent auf 3,59 Mrd. Dollar.

Auch wenn in diesem Quartal, das Investment-Banking der Wachstumstreiber war, versucht JP Morgan durch die Übernahme der Banc One für 58 Mrd. Dollar die Abhängigkeit von diesem traditionell volatilen Bereich zu verringern. Durch den Zukauf verdoppelte sich die Größe des Konsumentengeschäfts. Gleichzeitig wurde die Bank zur Nummer drei im Kreditkartengeschäft.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: James Dimon übernimmt die Führung

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