Kreditkrise: Britische Banken drehen den Kredithahn zu

Kreditkrise
Britische Banken drehen den Kredithahn zu

In Großbritannien droht sich die Kreditkrise weiter zu verschärfen – mit möglicherweise ernsten Folgen für die ohnehin belastete Konjunktur. In einer Umfrage der Bank of England kündigten die britischen Banken an, den Kredithahn in den kommenden Monaten weiter zudrehen zu wollen. Das betrifft sowohl Darlehen an Unternehmen als auch an Verbraucher.

LONDON. Die meisten Volkswirte gingen bereits vor der jüngsten Hiobsbotschaft davon aus, dass die große Kreditkrise an den internationalen Kapitalmärkten in diesem Jahr tiefe Spuren in der bislang robusten britischen Konjunktur hinterlassen wird. Die Mehrheit der Experten erwartet, dass die Wirtschaft auf der Insel 2008 nur noch mit rund zwei Prozent wachsen wird, nach rund drei Prozent im vergangenen Jahr.

Die aktuelle Umfrage der Bank of England zeigt, dass die britischen Banken die Kreditversorgung bereits im vierten Quartal des vergangenen Jahres deutlich zurückgefahren haben. Die Institute hätten die Vergabe von Darlehen an Verbraucher „materiell“, und an Unternehmen „signifikant“ verringert, und wollten an dieser Politik auch im ersten Quartal 2008 festhalten, heißt es in der Mitteilung der Zentralbank. „Die Daten sind ganz eindeutig schwach“, kommentierte George Buckley von der Deutschen Bank die Umfrage. Vor Weihnachten habe sich das britische Kreditklima noch einmal spürbar verschlechtert.

Im Dezember hatte die Bank of England zum ersten Mal seit zwei Jahren die Zinsen gesenkt, um die schädlichen Auswirkungen der Verwerfungen an den weltweiten Kapitalmärkten auf die reale Wirtschaft zu dämpfen. In den vergangenen Monaten mussten britische Banken, deren Engagements in den Sog der Kreditkrise geraten waren, Milliardensummen abschreiben. Gleichzeitig trocknete die Liquidität am Geldmarkt zusehends aus, was die Refinanzierung der Institute deutlich verteuerte. Im Dezember war die sogenannte London Interbank Offered Rate (Libor) auf den höchsten Stand seit neun Jahren gestiegen. Ähnlich wie andere Notenbanken, hatte auch die Bank of England massiv zusätzliche Mittel in den Markt gepumpt, um die Liquidität über die kritische Phase des Jahreswechsels zu sichern.

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