Wieder trifft die Kreditkrise mehrere Großbanken. So hat die größte europäische Bank HSBC die Rückstellungen für faule Kredite in den USA um mehr als eine Milliarde erhöht und die US-Investmentbank Bear Stearns hat am Mittwoch für das vierte Quartal einen Verlust angekündigt – und das ist noch nicht alles.
HB LONDON/NEW YORK. HSBC
erhöhte die Rückstellungen für faule US-Kredite um 1,4 Mrd. auf 3,4 Mrd. Dollar. Damit reagierte das Institut auf die negative Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt in den vergangenen Monaten. Sollten sich die Bedingungen in den USA weiter verschärfen, könnten diese Belastungen noch steigen, sagte Finanzdirektor Flint. Die Aussichten seien ungewiss.
Die US-Investmentbank Bear Stearns
erwartet wegen der Finanzkrise im vierten Quartal einen Verlust. Das Institut müsse auf forderungsbesicherte Wertpapiere Abschreibungen von 1,2 Mrd. Dollar vornehmen und werde deshalb wahrscheinlich in die roten Zahlen rutschen, sagte Finanzchef Sam Molinaro am Mittwoch auf einer Konferenz. Zudem kündigte die Investmentbank an, die Kosten signifikant senken zu wollen. Den Großteil der Wertberichtigungen habe Bear Stearns
nun hinter sich, sagte Molinaro.
Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise
An der Börse sorgte die Ankündigung von Bear Stearns
für Erleichterung: Der Aktienkurs schoss zur Eröffnung der Wall Street um knapp zehn Prozent in die Höhe. Wegen der Krise hatte Bear Stearns
im Sommer zwei Hedgefonds schließen und massive Abschreibungen auf das Wertpapierportfolio vornehmen müssen.
Dagegen schließt WestLB-Chef Alexander Stuhlmann nach der Gewinnwarnung der drittgrößten deutschen Landesbank ein Anwachsen der Verluste in Folge der Kreditkrise nicht aus. Im Finanzausschuss des Landtages von Nordrhein-Westfalen verwies er am Mittwoch auf die Schwankungen an den Finanzmärkten, die jede im internationalen Geschäft tätige Bank träfen. "Das kann in vier Wochen in der Tat ganz anders aussehen.“
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch zweitgrößte japanische Bank bekommt Krise zu spüren


