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28.10.2007 
Goldman und Lehman warnen

„Kreditkrise noch nicht ausgestanden“

Die Gefahr ist nicht gebannt: Nach Einschätzung der US-Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers sind die Kreditmärkte nach der jüngsten Krise noch nicht in sicherem Fahrwasser. Lehman-Chef Fuld rechnet gar mit einer Phase „schwächeren Wachstums“.

Goldman Sachs-Hauptquartier in New York. Foto: dpaLupe

Goldman Sachs-Hauptquartier in New York. Foto: dpa

HB FRANKFURT. „Ich glaube, dass wir noch immer nicht alle Risiken kennen“, sagte Goldman-Deutschlandchef Alexander Dibelius in einem Interview des Magazins „Spiegel“. „Insofern ist das Misstrauen nur menschlich.“ Wegen der breiten Streuung der Risiken habe man lange gar nicht gewusst, wer wie stark von den Marktturbulenzen betroffen sei.

Der Chef der Investmentbank Lehman-Brothers Richard Fuld warnt vor den Auswirkungen der Kreditkrise in den USA auf die Konjunktur. „Es gibt klare Zeichen der Angst auf den Märkten“, sagte Fuld dem Handelsblatt. „Ich rechne zwar nicht mit einer Rezession, wohl aber mit einer Phase schwächeren Wachstums“, sagte er. Wenn die Immobilienkrise auf den Konsum übergreife, werde es brenzlig.

Den jüngsten Kursanstieg an den internationalen Märkten sieht der Lehman-Chef skeptisch. „Sorge bereitet mir insbesondere, wie schnell sich die Märkte erholt haben. „Die Aktienmärkte sind trotz der Schwankungen nahe an einem Allzeithoch. Auch die Kreditmärkte und die meisten Risikoaufschläge haben sich schnell wieder normalisiert. Nach meinem Empfinden geht die Erholung zu schnell“, sagte er

In der vergangenen Woche hatte die Investmentbank Merrill Lynch mit einem Milliardenverlust die Märkte geschockt. Das Institut musste dabei im dritten Quartal wegen der Krise fast doppelt soviel abschreiben wie erst zwei Wochen zuvor angekündigt. Medienberichten zufolge steht Merrill-Chef Stanley O'Neal deshalb vor der Entlassung.

Dibelius äußerte sich eher zurückhaltend zu dem geplanten US-Kreditkrisenfonds, mit dem marode Hypothekendarlehen und andere Finanzinstrumente zurückgekauft werden sollen, um größere Schäden an den Märkten zu verhindern. Der Goldman-Banker sprach sich vielmehr für eine rasche Abschreibung dieser Kredite und Papiere aus. „Meistens ist man besser dran, wenn man eine bittere Medizin schnell schluckt und damit die Genesung schnell einleitet“, sagte er. Er räumte ein, dass das eine oder andere Institut solch hohe Abschreibungen möglicherweise nicht verkraften könne, ohne die Kapitalbasis ernsthaft zu gefährden.

Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank prüfen eine Beteiligung an dem vom US-Finanzministerium initiierten Fonds, der unter anderem von der Citigroup und der Bank of America aufgebaut werden soll.

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