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30.08.2007 

Nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform werden die Kreditinstitute künftig „mit einem höheren Risikobewusstsein agieren“. Gleichzeitig schätzen Investmentbanker es angesichts der Marktlage als schwierig ein, Hochzinsanleihen am Markt unterzubringen, um so etwa Kredite auf diese Weise weiterzuplatzieren. Sie spielten derzeit in größeren Finanzierungspaketen kaum eine Rolle, spricht Anwalt Diem aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig geht Taron Wade von Standard&Poor’s davon aus, dass Regeln, die die Risiken auf die Kreditgeber überwälzten, wie die sogenannten Covenants lite, künftig nicht mehr haltbar sind. In der Überhitzungsphase der letzten Jahre wurden Schutzregeln abgeschwächt, die Sicherheit bei einer Verschlechterung der Eigenkapitalbasis bieten sollten.

Angesichts der schwierigen Lage sind auch die Gebühren für das Arrangieren von Krediten, im Fachjargon Underwriting-Fee genannt, deutlich gestiegen. Wie es aus Investmentbanken-Kreisen heißt, werde inzwischen wieder ein Provision von 2,125 Prozent verlangt. Zum Vergleich: Anfang dieses Jahres sei sie in Einzelfällen auf bis zu 1,40 Prozent gefallen, berichten die Experten. Kredite spielten zwar für viele Banken eine wichtige Rolle. Allerdings zeigen sich die meisten Kreditgeber momentan noch recht gelassen. „Sie haben ihr Soll bereits in der ersten Jahreshälfte erfüllt“, sagt Diem.

Dass selbst bereits gegebene Zusagen wackeln, spüren aktuell Finanzinvestoren und Käufer besonders bei Mammuttransaktionen. Zu den gefährdeten Beteiligungskäufen gehört beispielsweise der geplante Erwerb des Energieversorgers TXU durch ein Konsortium unter Führung von KKR über rund 45 Mrd. Dollar. Bei Bell Canada planen Teachers Private Capital und Providence Equity Partners, sogar 47 Mrd. Dollar hinzulegen.

Trotz der angespannten Lage an den Kreditmärkten warnt Stefan Hepp, Chef des Beraters SCM, davor, von steigenden Ausfällen bei Private-Equity-Krediten auszugehen. Bislang liege die Ausfallrate noch immer deutlich unter dem historischen Mittelwert. Nur falls die Wirtschaft in eine Rezession abgleite, werde sich das wohl nachhaltig ändern, urteilt der Experte.

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